Der umgedrehte Kulturschock

Domradio, 7. August 2009, Julia Grimminger

Als käme man mit Vollgas in einer Garage plötzlich zum Stehen… Freiwillige, die eine Reihe von Monaten in der Entwicklungshilfe tätig waren, fragen sich bei der Rückkehr in die Heimat fast irritiert, wie es weitergehen soll. „Was nun?“ lautet der Titel einer Potsdamer Konferenz, die jungen Menschen eine Plattform zum Austausch dieser Erfahrung bieten will.Das bislang erste Treffen unter Gleichgesinnten dauert bis Samstag. Daniela Abels ist eine von ihnen. Einen „Rucksack an Erfahrungen“ habe sie aus Tansania mit nach Deutschland geschleppt, erzählt sie. Die 25-Jährige war neun Monate lang Missionarin auf Zeit. Sie brachte Kindern Englisch bei, verkaufte Medikamente und arbeitete in einer Kantine. Über vieles, erinnert sie sich, konnte sie nach ihrer Rückkehr zunächst nicht sprechen. Der „umgekehrte Kulturschock“ sei schlimmer gewesen als die Eingewöhnung in das afrikanische Leben. Bei Familie und Freunden stieß sie häufig auf Unverständnis: „Menschen, die diese Erfahrung nicht gemacht haben, können dir nur bis zu einem bestimmten Punkt folgen.“

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