Afrika-Hilfe umsonst

Berliner Zeitung, 19. März 2009, Frank Nordhausen

Das Kaufhaus im Berliner Osten ist ein wenig heruntergekommen, aber beliebt. “Humana – First Class Second-Hand-Markt auf 4 Etagen”, steht in großen Buchstaben an der bröckelnden Fassade am Frankfurter Tor. Die T-Shirts, Sakkos und Kleider sind dritte Wahl, dafür aber billig. “Außerdem hat man das Gefühl, etwas Gutes zu tun, wenn man hier einkauft”, sagt Mauricio Santamaría. Im Treppenhaus hängen Fotos mit schwarzen Schulkindern aus Mosambik und Sambia, sodass viele Kunden glauben, Humana sei alternative Entwicklungshilfe.

Das hat auch Mauricio Santamaría einmal gedacht. Der 28-jährige Ingenieur, der aus Kolumbien stammt und seit fünf Jahren Deutscher ist, hat anderthalb Jahre für Humana gearbeitet, freiwillig, um sich den Traum von Entwicklungshilfe in Afrika zu erfüllen. Am Ende hatte er das Gefühl, ausgenutzt und in eine Organisation hineingezogen zu werden, die sein ganzes Leben kontrollieren wollte. “Humana wirbt mit scheinbarer Wohltätigkeit junge Leute an”, sagt er. “Und dann kam es mir wie bei einer Sekte vor.”

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