Junge Menschen zieht es “weltwärts”

Badische Zeitung, 30. Oktober 2009

Während Gregor Merkle aus Hinterzarten und Sören Hildebrand aus Ettenheimmünster in der DRK-Landesgeschäftsstelle in Freiburg von ihren Erlebnissen erzählen, sind bereits 16 junge Leute auf der Reise zu einem Freiwilligendienst in Mexiko. Die Erfahrungen der beiden jungen Männer in Indonesien habe das Rote Kreuz bestärkt, in das “Weltwärts”-Projekt in größerem Rahmen einzusteigen, sagt die Landesgeschäftsführerin Birgit Wiloth-Sacherer.

Die Nachfrage nach dem Freiwilligen sozialen Jahr in Entwicklungsländern übersteigt derzeit die Zahl der Einsatzplätze bei weitem. Und für viele junge Menschen ist die notwendige Kostenbeteiligung eine hohe Hürde. Daher hat das Entwicklungshilfeministerium das Förderprogramm “weltwärts” ins Leben gerufen.

Mit einem jährlichen mittelfristigen Finanzvolumen von 70 Millionen Euro werden jährlich bis zu 10 000 Einsatzplätze ermöglicht. Diese finden sich in sozialen Einrichtungen, in Landwirtschafts- und Umweltprojekten oder in Bildungseinrichtungen. Für die Teilnehmer entstehen keine Kosten, sie erhalten sogar ein monatliches Taschengeld.

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Freiwilligendienste stärken Entwicklungspolitik NRO-Forderung an Schwarz-Gelb

Venro Pressemitteilung, 33/2009

„Weltwärts“ leistet einen wichtigen Beitrag in der deutschen
Entwicklungspolitik. Deshalb muss das Freiwilligenprogramm auch unter der neuen schwarzgelben
Regierung weiterhin gefördert werden. Zu diesem Ergebnis kamen zivilgesellschaftliche
Vertreterinnen und Vertreter aus den Ländern des Nordens und des Südens zum Abschluss eines
Bonner-Symposiums zum Globalen Lernen.
„Dass laut Koalitionsvertrag von Schwarz-Gelb alle Freiwilligenprogramme einen einheitlichen
Status bekommen sollen, ist für uns unverständlich. Weltwärts leistet ganz klar einen
entwicklungspolitischen Beitrag, der nur unter besonderen Bedingungen erfüllt werden kann. Dies
muss auch die neue Regierung anerkennen“, sagt Hildegard Peters, Vorstandsmitglied des
Verbandes Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO). „Es muss
daher gemeinsames Ziel von Zivilgesellschaft und Staat bleiben, das Programm zu fördern und
weiterzuentwickeln.“

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VENRO_Pressemeldung_PDF

Als “Wächter des Wassers” im Einsatz

Vlothoer Anzeiger, 28. Oktober 2009, Kristine Nolting

Als Fachkraft eines Wasserschutzfonds beteiligt er sich an einem Umwelterziehungsprogramm für Kinder. “Ein derartiger Einsatz erschien mir einfach viel sinnvoller, interessanter und spannender”, erklärt Fabian per Mail im VA-Interview.

Finanzielle Unterstützung bot dem engagierten Jugendlichen das staatlich geförderte Programm “weltwärts”. Hier hatte er Auswahl zwischen zahlreichen Entsendeorganisationen mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten. “Meine Wahl fiel letztendlich auf den Deutschen Entwicklungsdienst, weil mich der nicht-kommerzielle Charakter sowie die große Auswahl an Projekten überzeugte”, erinnert sich der Vlothoer.

Nach erfolgreicher Bewerbung und Einführung in die zukünftige Arbeit konnte es losgehen. Einen Kulturschock erlitt der 19-Jährige kaum, da er bereits durch Kontakte und Reisen nach Mexiko einen Eindruck der lateinamerikanischen Lebensweise erlangt hatte. “Ich wusste mehr oder weniger, was mich erwarten würde und freute mich daher viel mehr darauf, alles noch intensiver erleben zu können.”

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Botschafter ohne Diplomatenpass

Neues Deutschland 27. Oktober 2009, Kai Walter

Nach dem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst »weltwärts« schickt nun das Auswärtige Amt junge Deutsche in die Welt hinaus. Unter dem Label »kulturweit« sollen sie ein zeitgemäßes Deutschlandbild vermitteln und in der direkten Begegnung interkulturelle Brücken schlagen.

Die Große Koalition ist fürs Erste bald wieder Geschichte. Gewisse Spuren wird sie auf alle Fälle hinterlassen, so den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst »weltwärts« und das Pendant des Auswärtigen Amtes »kulturweit«. Die erste Ausreisegruppe von 193 Freiwilligen hat sich dieser Tage nach der Verabschiedung durch den bald scheidenden Staatssekretär Gernot Erler auf den Weg in mehr als fünfzig Länder gemacht. Als »Botschafter ohne Diplomatenpass«, so Erler, sollen die 18 bis 26-Jährigen deutsche Kultur in andere Länder tragen und selbst von anderen Kulturen lernen.

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Tobias Lösche will in der Vergangenheit graben

Deutsche Welle, 9. Oktober 2009, Stefanie Markert

Tobias Lösche zeigt Flagge: “Kulturweit. Der Freiwilligendienst des Auswärtigen Amtes” steht auf seinem weißen T-Shirt. Der junge Magdeburger gehört zu den ersten 200 Freiwilligen des Projekts. “Ich bin 19 Jahre alt und habe gerade in Magdeburg am Norbertus-Gymnasium Abitur gemacht. Jetzt arbeite ich im Rahmen dieses Projekts ein halbes Jahr beim Deutschen Archäologischen Institut in Syrien.”

Das Tausendundeine Nacht-Gefühl

Sechs Monate Damaskus. Tobias hat sich seinen Einsatzort bewusst ausgesucht. Für die arabische Kultur hegt der Abiturient schon lange ein Faible, so ein Tausendundeine-Nacht-Gefühl. “Das Orientalische, Wüsten und so, hat mich schon immer fasziniert. Es hat etwas Geheimnisvolles, Entferntes”, findet er.
Tobias interessiert sich für das Spannungsfeld Islam – Christentum. Er stammt aus einer christlich geprägten Familie. Der berühmte Magdeburger Dom ist wie ein zweites Zuhause für ihn. Pünktlich zum 800-jährigen Jubiläum haben Restauratoren den Dom so heraus geputzt, dass man ihm sein Alter fast nicht mehr ansieht. Tobias schreitet durch den Dom und beschreibt dabei seine besondere Beziehung zu dem Gotteshaus: “Ich singe im Magdeburger Domchor und bin auch in der Jungen Gemeinde aktiv. Ich bin immer wieder gern im Dom. Es ist einfach eine einzigartige Atmosphäre hier.”

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Entwicklungshilfe beginnt in Deutschland

ZEIT online, 7. Oktober 2009

Sie wollte einfach mal raus aus Berlin. Ins Ausland, ohne Charterflug und All-Inclusive. Indien, das schien Marie Lessing die fernste aller Kulturen. Seit vier Jahren studiert sie Germanistik und Geschichte auf Lehramt, möchte an einer Schule in Kreuzberg oder Neukölln unterrichten. Das war 2008. Lessing sucht damals nach Freiwilligendiensten in Indien, findet jedoch ausschließlich Offerten, bei denen sie Flug, Kost und Logis selbst bezahlen muss. Doch das kommt für die junge Studentin nicht in Frage. Sie wird auf das Programm weltwärts aufmerksam.

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Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst des Entwicklungshilfeministeriums richtet sich seit 2008 an junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren, die nach der Schule oder Ausbildung für 6 bis 24 Monate an Projekten in Entwicklungsländern mitarbeiten wollen. Mit über 200 Entsendeorganisationen arbeitet das Ministerium zusammen. Für den Auslandseinsatz der Freiwilligen erhalten die Organisationen 580 Euro pro Person und Monat vom Staat, um für Unterkunft, Verpflegung, Reisekosten, Versicherung und ein Taschengeld in Höhe von 100 Euro aufzukommen. Für die Freiwilligen bleibt das Programm im Wesentlichen kostenlos, so dass auch Jugendliche aus einkommensschwächeren Familien teilnehmen können.

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“Ich bin erwachsener geworden”

Schweriner Volkszeitung, 6. Oktober 2009, Sieglinde Seidel

Ein Jahr lang schnupperte sie italienische Luft – jetzt ist Susann Peters zurückgekehrt. Die Güstrowerin absolvierte einen Europäischen Freiwilligendienst in einer Einrichtung für behinderte Menschen in Rovereto nahe Verona (Italien). Neben verbesserten Sprachkenntnissen erweiterte sie ihren Horizont und wurde selbstbewusster.

GÜSTROW – “Zum Anfang war es schwer, denn ich konnte die Sprache nicht und somit auch nicht viel helfen”, erzählt Susann Peters (20), die im vergangenen Jahr ihr Abitur im Ernst-Barlach-Gymnasium ablegte. Da die Mitarbeiter in der Einrichtung für Menschen mit Behinderung in Rovereto weder Deutsch noch Englisch beherrschten, blieb der Güstrowerin keine Wahl: Sie musste Italienisch lernen. Nach zwei Monaten verstand Susann Peters bereits, was gemeint war, wenn jemand etwas sagte. “Nach drei Monaten begann ich dann auch italienisch zu sprechen”, erinnert sie sich.

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