Mit dem Tatendrang allein gelassen

Welt-Sichten, September 2009, Johannes Schradi

Mehrere Monate, häufig ein Jahr und länger waren die meisten der rund 150 jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Entwicklungsländern gewesen. Für viele war die Rückkehr ein Kulturschock, sagt Benjamin Hohlmann vom Netzwerk Idem, das zusammen mit dem Freiwilligenforum grenzenlos e.V. die Konferenz organisiert hat. Sie haben hautnah erlebt, dass es existenziellere Sorgen gibt als die Frage, ob der Krankenkassenbeitrag ein halbes Prozent hoch oder runter geht und auch im Winter jederzeit Erdbeeren verfügbar sind. Der Wunsch sei groß, diese Erfahrungen in den eigenen weiteren Werdegang einzubauen. Nur wie das geschehen kann, da gebe es viele Fragen.
Das Thema hat an Dringlichkeit gewonnen, seit das Entwicklungsministerium (BMZ) 2008 sein Freiwilligenprogramm weltwärts gestartet hat. Das Programm ist stark gefragt. Einige tausend junge Leute sind bereits unterwegs. Bis zu 10.000 Freiwillige im Alter von 18 bis 28 Jahren sollen künftig jährlich mit Hilfe ausgewählter Entsendeorganisationen und dem staatlichen Deutschen Entwicklungsdienst (DED) die Realität in den Entwicklungsländern und -projekten kennenlernen können. Sie alle kommen mit diesen Fragen und Wünschen zurück. Die zweite große Rückkehrerflut rollt schon, hieß es im Potsdamer Konferenz-Camp mit einem gewissen Unbehagen. Das Programm versuchte, Orientierung und Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.

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WN-Serie Grevener Weltembummler: Die Angst vorm langen Winter

Westfälische Nachrichten, 11. September 2009, Thomas Starkmann

Greven – Ich nehm nur Winterklamotten mit. Teresa Maurer hat sich innerlich bereits vom Sommer verabschiedet. Übermorgen reist sie in ein Land, in dem die Winter kalt, lang und dunkel sind. Ihr Ziel ist Tallinn. Tallinn, das liegt doch in Lettland, oder war es Litauen? Die ehemalige Hansestadt ist eine jener Metropolen, die man zwar ungefähr, aber doch nicht so ganz genau lokalisieren kann. Das passiert Teresa Maurer natürlich nicht. Sie weiß, dass Tallinn an der Ostsee liegt und mit seinen 400 000 Einwohnern fast ein Drittel der Bevölkerung Estlands stellt.

Dass es sie für ein Jahr in die Hauptstadt des nördlichsten der drei baltischen Staaten verschlagen würde, damit hatte die Abiturientin am Grevener Gymnasium nicht unbedingt gerechnet. Ihr schwebten eher Polen oder Tschechien vor, als sie bei kulturweit, dem erst in diesem Jahr gestarteten kulturellen Freiwilligendienst des Auswärtigen Amtes, Osteuropa als mögliches Einsatzgebiet nannte. Mittlerweile hat sie sich aber mit Estland angefreundet. Ich bin erstaunt, wie viele etwas über das Land wissen oder dort schon Urlaub gemacht haben, sagt Teresa.

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Kulturen verstehen – weltwärts gehen

Regierung online; Magazin zur Entwicklungspolitik, Nr. 78 August 2009

Engagierte Jugendliche wollen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Sie leisten ein Praktikum oder Freiwilligenjahr in von Armut geprägten Ländern. Sie arbeiten dort in sozialen Einrichtungen, Projekten der Entwicklungszusammenarbeit oder machen ein Praktikum bei Institutionen der Vereinten Nationen. Viele, die zurückgekehrt sind, lässt diese Erfahrung nicht los und sie engagieren sich weiter.

Anfang 2008 startete das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) den Freiwilligendienst “weltwärts”. Dieser Freiwilligendienst ist für junge Menschen im Alter von 18 bis 28 Jahren, die 6 bis 24 Monate in Projekten von anerkannten Entsendeorganisationen in Entwicklungsländern mitarbeiten. Bisher sind über 2.600 Freiwillige in 71 Entwicklungsländer “weltwärts” gegangen.

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Eine Welt – Eine Zukunft: weltwärts – Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst, der die (eigene) Welt verändert?!

Veranstaltungshinweis für den 10. September, Deutscher Entwicklungsdienst

Mit weltwärts können junge Menschen im Alter von 18 bis 28 Jahren für 6 bis 24 Monate einen Freiwilligendienst in Entwicklungsländern leisten. Das Programm wurde im Januar 2008 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ins Leben gerufen und seither sind mehr als 3000 Freiwillige ausgereist. In der Diskussion wird der Frage nachgegangen, ob und wie sich der Blick auf das eigene Leben verändert, wenn man eine Zeit lang in einem Entwicklungsland gearbeitet hat.

18 Uhr/Einlass und Informationsstände: Verschiedene Entsendeorganisationen stellen den Freiwilligendienst vor

19 Uhr/Podiumsdiskussion: Gäste sind die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul, der Geschäftsführer des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED), Dr. Jürgen Wilhelm, das Vorstandsmitglied der Freiwilligenorganisation grenzenlos e.V., Christian Wienberg sowie drei zurückgekehrte weltwärts-Freiwillige. Das Publikum ist herzlich eingeladen, sich in die Diskussion einzumischen und eigene Meinungen, Ideen und Visionen beizusteuern.
Im Anschluss werden neben dem Markt der Möglichkeiten verschiedene Imbiss-Stände im Foyer geöffnet haben.

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Entdeckung der Freiwilligenarbeit

Der Westen, 3. September 2009, Jana Fischer

Europa entdecken – für Thies Bach und Kristina Klimke nicht nur eine Phrase. Vor einem Jahr entsendete die eSw Berchum die beiden Abiturienten als erste Teilnehmer zum Europäischen Freiwilligendienst. Mit wertvollen Erfahrungen im Gepäck sind die beiden nun in ihre Heimat zurückgekehrt.

Ich habe mich bewusst für ein exotisches Land entschieden, erklärt Thies Bach und meint hiermit keineswegs einen Staat in Asien oder Südamerika. Seinen freiwilligen Dienst absolvierte er in Polen, wo er die Chance hatte, zahlreiche Kulturkreise kennenzulernen: Ich habe in einer WG mit Jugendlichen aus Ländern von Finnland bis Rumänien gelebt und kenne nun dank des guten Netzes zwischen den Freiwilligen Menschen in ganz Polen. Eine Gelegenheit, die der 22-jährige Hagener nutzte.

Fast jede größere Stadt Polens habe er besucht, berichtet er, außerdem auch Wien, Prag und Bratislava.

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Raus in eine Welt voller Erlebnisse

Neue Osnabrücker Zeitung, 3. September 2009

Ziemlich aufgeregt bin ich und etwas Angst habe ich auch. Aber die Neugier ist viel größer, beschreibt Kristin Hartmann aus Bad Iburg die Gefühlsmixtur, die sie vor ihrer Abreise nach Indien empfindet. Ein Jahr lang wird die 19-jährige Iburgerin hier mit Straßenkindern arbeiten und hofft dabei auf Unterstützung aus ihrer Heimat.Kristin Hartmann ist technisch begabt, hat am technischen Gymnasium in Osnabrück ihr Abi gemacht und will Bauingenieurin oder Architektin werden. Und dann gibt es da noch die andere Kristin Hartmann die mit der sozialen Ader, die sich beim Kolpingwerk für die Jugend engagiert und mit einer Engelsgeduld Nachhilfeunterricht gibt. Diese Kristin wusste schon lange vor ihrem Abitur, dass sie nach den 13 Jahren Büffelei erst einmal raus will. Raus in die Welt, an schönen Projekten teilnehmen, am liebsten mit Kindern.

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“Am liebsten gleich losfliegen”

Schweriner Volkszeitung, 2. September 2009, Christian Koepke

n Trotor, mitten im Urwald von Ghana, steht das Waisenhaus, in dem Maike Kapischke in den nächsten zwölf Monaten arbeiten wird. Die 21-jährige Schwerinerin freut sich auf diese Herausforderung und will auch viel von ihrem Gastland sehen. Ermöglicht wird ihr Aufenthalt durch ein Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit.

SCHWERIN – Maike Kapischke zählt schon die Tage. Knapp 20 sind es jetzt noch, dann startet die 21-jäh rige Schwerinerin zum bisher größten Abenteuer ihres Lebens – nach Afrika: Ein Jahr lang wird sie in einem Waisenhaus in Ghana arbeiten. “Am liebsten würde ich gleich morgen losfliegen”, sagt Maike. So groß sei die Vorfreude, auch wenn sie sich der Herausforderungen bewusst sei – tausende Kilometer weit weg von der Heimat, von Familie und Freunden, von dem gewohnten Komfort. In dem Ort Trotor, mitten im Urwald, steht das Waisenhaus, in dem die Schwerinerin mithelfen wird.

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