Elf Monate Zivildienst in Jordanien

Schwarzwälder-Bote, 25. August 2009, Vanessa Sandfuchs

Christian Schmid ist einer von vielen Verweigerern. Doch er absolviert seinen Zivildienst nicht in Deutschland, sondern im Rahmen eines »Anderen Dienstes im Ausland« an einer Schule in Jordanien.

Der 19-jährige Christian Schmid entschied sich nach seinem Abitur, für eine Verweigerung und somit dafür Zivildienst zu leisten. »Der soziale Umgang mit Menschen hat für mich eine viel größere Bedeutung, als ein militärischer Dienst bei der Bundeswehr«, begründet er seine Verweigerung.

Schmid war auch sofort klar, dass er seinen Zivildienst nicht in Rottweil oder der Umgebung ablegen würde, sondern irgendwo weiter weg. Hierzu sagt er: »Ich möchte in den elf Monaten, in denen ich den anderen Dienst im Ausland ablege, meinen Horizont erweitern und eine neue Kultur kennenlernen, die mir bisher noch völlig unbekannt war.« Ursprünglich wollte er in ein englischsprachiges Land, um seine Englisch-Kenntnisse zu verbessern. Doch nach dem ersten Infoseminar, gab es für ihn nur noch eine interessante Stelle: eine Schule für Jungen in Jordanien.

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Hilfe für arme Kinder und die Suche nach den eigenen Spuren

Usinger Anzeiger, 22. August 2009

Schon fast auf gepackten Koffern sitzt Deborah Gahururu, Absolventin des diesjährigen Abiturjahrganges der Christian-Wirth-Schule Usingen. Sie nutzt die verbleibenden Tage für die letzten Vorbereitungen, bevor sie am 25. August zu einem freiwilligen entwicklungspolitischen Jahr nach Kigali, der Hauptstadt von Ruanda, startet. Für die Tochter einer Deutschen und eines Ruanders, die selbst in Kigali geboren wurde und die ersten vier Lebensjahre dort verbrachte, scheint nichts näherzuliegen, als die Herausforderung eines solchen Entwicklungsprojektes im Land ihrer Familie anzunehmen. Aber es war der Zufall, der sie zu ihren Wurzeln zurückführte. In der elften Klasse reifte ihr Entschluss, nach dem Abitur nicht sofort ein Studium zu beginnen. “Ich wollte nach Afrika und mich in der Entwicklungszusammenarbeit engagieren”, erinnert sich Deborah. Mutter Regine bestärkte sie darin, da sie die Neigungen ihrer Tochter, gerne mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, kannte. Auch der Hinweis zu der Internetseite des Förderprogramms “weltwärts – Der Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung” (weltwärts) kam von der Mutter.

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Eurodesk.tv geht “weltwärts”

IJAB, 12. August 2009

Das Online Magazin eurodesk.tv reagiert mit einer Sondersendung auf das große Interesse von Jugendlichen am entwicklungspolitischen Freiwilligendienst „weltwärts“:

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Der umgedrehte Kulturschock

Domradio, 7. August 2009, Julia Grimminger

Als käme man mit Vollgas in einer Garage plötzlich zum Stehen… Freiwillige, die eine Reihe von Monaten in der Entwicklungshilfe tätig waren, fragen sich bei der Rückkehr in die Heimat fast irritiert, wie es weitergehen soll. „Was nun?“ lautet der Titel einer Potsdamer Konferenz, die jungen Menschen eine Plattform zum Austausch dieser Erfahrung bieten will.Das bislang erste Treffen unter Gleichgesinnten dauert bis Samstag. Daniela Abels ist eine von ihnen. Einen „Rucksack an Erfahrungen“ habe sie aus Tansania mit nach Deutschland geschleppt, erzählt sie. Die 25-Jährige war neun Monate lang Missionarin auf Zeit. Sie brachte Kindern Englisch bei, verkaufte Medikamente und arbeitete in einer Kantine. Über vieles, erinnert sie sich, konnte sie nach ihrer Rückkehr zunächst nicht sprechen. Der „umgekehrte Kulturschock“ sei schlimmer gewesen als die Eingewöhnung in das afrikanische Leben. Bei Familie und Freunden stieß sie häufig auf Unverständnis: „Menschen, die diese Erfahrung nicht gemacht haben, können dir nur bis zu einem bestimmten Punkt folgen.“

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Und Jetzt? Ganz einfach: Jetzt erst recht!

Politik Orange, 4. August 2009

Wer ein Jahr Freiwilligendienst im Ausland hinter sich hat, der kehrt nicht nur mit einem Stapel dreckiger Wäsche im Gepäck wieder, sondern vor allem mit ganz vielen, ganz neuen, ganz anderen Eindrücken. Doch wohin damit?

Daheimgebliebenen von ferner Exotik vorschwärmen? Wenig Chance auf Erfolg. Wer sich seit einem Jahr durch den Bachelor quält, kann die Abenteuer eines Auslandsjahres wahrscheinlich wenig nachvollziehen. Denn Erlebnisse muss man vor allem erst einmal erleben, um darüber sprechen zu können.

Genau so ein gesuchtes Sprachrohr will die Rückkeherekonferenz „Und Jetzt?“ auch sein. Teilnehmer Bernd, der als Freiwilliger in Boliwien war, erhofft sich viel von dem Treffen. „Mir ist es wichtig, dass mein Leben jetzt nicht einfach wieder auf die normale Schiene rutscht. Ich will von den Erfahrungen, die ich gemacht habe, etwas an andere weitergeben, selbst etwas behalten. Ich wünsche mir auch eine Orientierungshilfe, wie es in Zukunft weitergehen könnte.“ Die Veranstaltung gefalle ihm sehr gut, weil er viel Input bekomme, aber auch und gerade wegen der Leute, die er treffe, mit denen er seine Erfahrungen teilen könne. „Jeder von uns wird hier viel mitnehmen. Ich finde vor allem die Intensität der Veranstaltung unglaublich stark, dadurch, dass wir ca 150 Teilnehmerzahl haben, hat man die Chance, sich besser kennen zu lernen.“

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Ruth tut gut

Hannoversche Allgemeine, 3. August 2009, Julia Mücke

Die drei rechteckigen Schulgebäude aus groben Betonsteinen liegen still in der Landschaft. Am Rande des Schulhofes, direkt neben einer Wellblechhütte, grast eine Herde Ziegen. Eine Klassentür geht auf, ein Junge tritt heraus. Er ist barfuß, in seiner Hand hält er eine goldene Glocke, mit der er ein paarmal klingelt. Immer mehr Kinder schlendern raus auf den Schulhof, alles wirkt ungewöhnlich ruhig: kein Schreien, kein Gedrängel. Wie in jeder großen Pause verteilt Ruth auch heute kostenlose Schulbrote an alle Kinder der kleinen Ikagisano-Schule von Skuinsdrift, einem Dorf im Norden Südafrikas.

Ruth studiert Deutsch und Sachunterricht für das Grund-, Haupt- und Realschullehramt in Hildesheim. Im vergangenen Jahr entschloss sie sich, eine Auszeit zu nehmen und für ein Jahr nach Südafrika zu gehen. „Ich wollte vor meinem Referendariat gerne noch einmal ins Ausland“, sagt sie. Genau das ermöglichte ihr der entwicklungspolitische Freiwilligendienst Weltwärts des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

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