Statt zur Uni ein Jahr nach Kenia

Der Westen, 31. Mai 2009, Michael von Lehmden

Zwei Abiturientinnen suchen die Herausforderung

Neukirchen-Vluyn. Die große Reise ist erst in vier Monaten, aber Janne Kuhl und Ann-Kristin Plüm stecken mitten in den Reisevorbereitungen. Kein Wunder, nach dem Abi geht es mal nicht eben nach Malle oder in sonstige Abhänggefilde, das Ziel der beiden 19-Jährigen ist Kenia. Und auch dort ist nicht „Party, Sonnen und Relaxen” angesagt, sondern ein Jahr lang Arbeit in zwei Schulen.

„Uns beiden war immer klar, dass wir nach dem Abi ins Ausland wollten. Nach all dem Lernstress, sollte das auch die Zeit sein wo man sich findet und guckt wie es weitergeht”, sagt Ann-Kristin Plüm. Einfach ein Studium anfangen und gucken ob es passt, da geht schon wegen der Studiengebühren nicht. Und einfach so abhängen und über die Zukunft nachzudenken, dagegen spricht die Biographie der jungen Frauen.

Kinder- und Jugendarbeit – aber bitte in Afrika

„Wir beide sind schon seit Jahren im CVJM engagiert und machen hier Kinder- und Jugendarbeit. Da war es klar, dass wir das auch machen sollten”, erzählt Janne Kuhl. Während ihre Freundin sofort ein Projekt in Afrika favorisierte – „Südafrika, Tansania, Namibia” – schwankte Janne erst noch, bevor sie dem Ruf des Kontinents erlag.

Beide informierten sich und landeten beim „Weltwärts”-Programm des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung. Über diese Schiene nahmen sie Kontakt zu Organisationen auf, die Projektarbeiten anbot, machten sich an zwei Wochenenden über die Angebote kundig, schrieben Bewerbungen und landeten beide in Kenia. Janne Kuhl in Bambuli, einem Ort in der Nähe von Mombasa, Ann-Kristin Plüm 800 Kilometer entfernt in Muhurubay am Viktoria-See. Beide werden ab dem Herbst an Schulen arbeiten.

weiter…

Durch Zufall nach Tansania

Main Post, 29. Mai 2009

Es gibt viele Abiturienten, die nach der Schulzeit in die Ferne schweifen. Die teils lästigen Pflichten der vergangenen 13 Jahre von sich abgeschüttelt, lockt viele der Ruf der Freiheit – und der Drang, neue Kulturen zu entdecken. Doch während manche eher einen Abenteuerurlaub als Bagpacker bevorzugen, sehen andere die Möglichkeit, das Angenehme mit dem (sozial) Nützlichen zu verbinden.

So auch die 19-jährige Johanna Neuerer aus Hoheim, die ab Herbst ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Tansania machen und dort Kindergarten- und Grundschulkinder betreuen wird. Sie kommt in einem Kloster der Erlöserschwestern unter, das sich in Mtwara befindet, einer Stadt im Süden Tansanias, direkt am Indischen Ozean.

„Ich möchte später sowieso etwas Soziales studieren und das FSJ ist eine gute Gelegenheit zu erfahren, ob mir das wirklich zusagt“, erklärt die 19-Jährige. Im Moment tendiert sie zu Sonderschullehramt, das auch an der Uni Würzburg angeboten wird. Ihre Eltern dürften sich über diese Pläne freuen, denn nach dem langen Auslandsaufenthalt in Afrika könnten sie ihre Tochter dann wieder öfter sehen.

Ende September wird sich Johanna nämlich in den Flieger setzen und Deutschland für ein Jahr verlassen. „Man hat uns bei einem Vorbereitungsseminar in der Abtei Münsterschwarzach empfohlen, nicht zwischen Tansania und Deutschland hin- und herzufliegen, da es ohnehin schon lange dauert, bis man sich eingelebt hat. Wir haben zwar Urlaubstage, aber die werde ich auch in Tansania verbringen, vielleicht können meine Eltern mich mal besuchen“, sagt Johanna.

„Sie tanzen und trommeln gerne, da wird man als Europäer mitgerissen“

weiter…

Bonn: weltwärts-Konferenz zum Freiwilligendienst im Ausland

Bonner Presseblog, 29. Mai 2009

Deutsche Teilnehmer am Freiwilligendienst im Ausland sind hoch motiviert – und gelegentlich „unsensibel“

Lob und Kritik für deutsche Teilnehmer beim „Freiwilligendienst im Ausland“ hatten die internationalen Partnerorganisationen der „weltwärts“-Konferenz in Bonn. „weltwärts“ ist ein neuer entwicklungspolitischer Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Junge Menschen können sich mit finanzieller Unterstützung für 6 bis 24 Monate ehrenamtlich in Entwicklungsländern engagieren. Das Programm wird unter anderem von der interkulturellen Austauschorganisation Experiment e.V. in Bonn und weiteren zivilgesellschaftlichen Entsendeorganisationen im partnerschaftlichen Dialog mit den Projektpartnern vor Ort durchgeführt.

Als Ausrichter der Konferenz lud Experiment e.V. vom 18. bis 21. Mai 2009 22 Teilnehmer aus Afrika, Asien und Lateinamerika in die Bundesstadt ein – für viele war es der erste Aufenthalt in Deutschland. Sie alle lobten einstimmig das großartige Engagement und die Motivation der freiwilligen Helfer. Beispielhaft wurde ein Projekt in Argentinien hervorgehoben. Während eines sechs Monate langen Aufenthaltes betreuten zwei junge Frauen 40 Kinder im Alter von 3 bis 9 Jahren und vermittelten wichtige Dinge des Alltags. Aus eigener Initiative renovierten die zwei ein leerstehendes Gebäude, handelten mit nahegelegenen Lebensmittelhändlern großzügige Konditionen aus und richteten eine kleine Suppenküche ein, in der die Kinder jeden Morgen ein nahrhaftes Frühstück erhalten. Das Projekt „La Casita del Quirquincho“ wurde so angelegt, dass eine Weiterführung gewährleistet ist.

weiter…

“Selbst an Hundefleisch und Blutsuppe gewöhnt”

Volksstimme, 28. Mai 2009, Bernd Kaufholz

Hannes Klaus aus Haldensleben ( Bördekreis ) ist seit fast sieben Monaten in Vietnam. Er leistet einen sogenannten Freiwilligendienst und ist dort für das Deutsche Rote Kreuz tätig. Möglich wurde sein Auslandseinsatz durch das Projekt ” Weltwärts ” des Bundeswirtschaftsministeriums. Geschickt hat ihn die Landesvereinigung der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung.

Hanoi / Haldensleben. Der Gedanke, Hundefeisch zu essen, war für Hannes Klaus zu Hause in Haldensleben ein Graus. Doch inzwischen hat er auch diese Erfahrung gemacht. ” Um dem Spott meiner vietnamesischen Kollegen zu entgehen, bin ich fast alles durch, was die exotische Speisekarte des Landes – besonders in der Provinz – zu bieten hat “, schmunzelt der 22-Jährige. ” Blutsuppe, ausgebrütete Enteneier, Heuschrecken, ja vor kurzem auch Hundef eisch, habe ich probiert. ” Allerdings räumt der Sachsen-Anhalter ein : ” Einmal die Woche Pizza, Nudeln, Steak und vor allem Kartoffeln müssen einfach sein. ” Das multikulturelle Hanoi biete für den europäischen Gaumen alle Möglichkeiten.

Doch als Gourmet-Tester hat es Klaus nicht ins 11 000 Kilometer entfernte Vietnam verschlagen. Über die Landesvereinigung der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt ( LKJ ) erhielt der Rettungsassistent die Möglichkeit, am Bundesprojekt ” Weltwärts ” teilzunehmen und einen sogenannten entwicklungspolitischen Freiwilligendienst zu leisten. Über das Vietnamesische Jugend-Zentrum für Touristik ( VYCT ) wurde Klaus Ausbilder für Erste-Hilfe-Freiwillige und künftiger Erste-Hilfe-Trainer.

weiter…

Du bist ein guter Bursche

PR-inside, 26. Mai 2009

Gerade noch rechtzeitig vor dem Abschluss der Abiturprüfungen und dem großen Schritt in einen neuen Lebensabschnitt vieler junger Erwachsener veröffentlicht ein ehemaliger Volontär seine Israel-Tagebücher auf www.schwupps.de. In spannender Weise schildert er seine interessanten Erlebnisse und Begebenheiten im Nahen Osten.

A German in Israel – that is simply unseen” So reagierte ein Freund aus Südafrika, als M. Klein ihm erzählte, dass er für seinen Zivildienst ins Heilige Land gehen werde,
um mit Behinderten zu arbeiten.

weiter…

Bundesregierung: Freiwilligendienst “weltwärts” bisher ein Erfolg

Hib-Meldung, 20. Mai 2009

Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung/Antwort

Berlin: (hib/JOH) Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst “weltwärts” stößt bei Einsatzstellen in den Entwicklungsländern sowie bei den Freiwilligen auf großes Interesse. Das berichtet die Bundesregierung in ihrer Antwort (16/12876) auf eine Kleine Anfrage (16/12584) der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Die Zahlen der bereits beantragten und anerkannten Einsatzstellen zeigten dies deutlich, heißt es darin. Für die Partnerorganisationen vor Ort habe das weltwärts-Programm einen verbindlichen Rahmen für die bis dahin ungeregelten Freiwilligendienst gesetzt und zu einer längeren Einsatzzeit der jungen Leute geführt. Dies sei für die Partnerprojekte vorteilhaft. Außerdem betonten die Partnerorganisationen, dass das Programm auch durch die in 2008 finanzierten “Begleitmaßnahmen” schon jetzt einen qualitativen Sprung in der Zusammenarbeit mit den deutschen Entsendeorganisationen und in der Vernetzung untereinander ermöglicht habe. Die Bundesregierung schreibt weiter, dass die Erfahrungen und Meinungen der zurückgekehrten Freiwilligen mit Hilfe eines Rückkehrfragebogens systematisch erfasst würden. Danach seien 93 Prozent der Freiwilligen mit dem weltwärts-Dienst insgesamt zufrieden. Wegen der geringen Zahl der bisherigen Rückkehrer sei dieses Ergebnis jedoch noch nicht repräsentativ. Das federführende Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) werde die Erkenntnisse und Erfahrungen der bis Ende 2010 laufenden Einführungsphase im Zuge der geplanten Evaluierung systematisch auswerten. Auf dieser Grundlage sollen auch Schlussfolgerungen für die zukünftige Ausgestaltung beziehungsweise Fortführung des Programms gezogen werden.

Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst “weltwärts” wurde 2008 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ins Leben gerufen und bietet 10.000 jungen Menschen die Möglichkeit, einen Freiwilligendienst im Ausland zu leisten. Hierfür stellt das BMZ einen Jahresetat von 70 Millionen Euro zur Verfügung. Das Programm soll zunächst drei Jahre lang erprobt werden.

weiter…

Freiwillig weltwärts

Der Westen, 20. Mai 2009, Gudrun Mattern

„Interesse an den Kulturen und Lebensverhältnissen in Entwicklungsländern, Bereitschaft zur engagierten tatkräftigen Mitarbeit in einem Projekt” sollten junge Leute auf jeden Fall mitbringen, die es „weltwärts” zieht. Denn: „weltwärts” ist ein entwicklungspolitischer Freiwilligendienst. Mit „weltwärts” fliegt Laura Franken (19) im August nach Togo. Sie formuliert ihr Interesse so: „Ich möchte erfahren, was es bedeutet, in einem Land zu leben, in dem ich nicht jeden Morgen eine heiße Dusche nehmen oder meine Lieblingskornflakes zum Frühstück essen kann.”

weiter…

Für Mexiko ist’s gut gelaufen

Frankfurter Rundschau, 18. Mai 2009

Etwa 1500 Euro hat der Benefizlauf der Dietzenbacher Abiturientin Marie-Christine Böhm am Sonntag eingebracht. Motto des Laufs: “Jede Runde schenkt ein Lachen”. Von dem Geld profitieren werden hilfsbedürftigen Kinder und Jugendliche in Lateinamerika und der Dietzenbacher Verein Kinder- und Jugendwelten, für den ebenfalls gespendet wurde.(…)Ende August wird die 19-Jährige ins mexikanische Hochland aufbrechen, um dort ein Freiwilliges Soziales Jahr ihn einem Bildungszentrum mit dem Namen “Sueniños” (“Traumkinder”) leisten. Dort werden Kinder und Jugendliche aus mittellosen Familien versorgt.

Gefördert wird das vom Freiwilligen Dienst “Weltwärts”, welches als Förderprogramm vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ins Leben gerufen wurde. Die Freiwilligen werden von anerkannten, gemeinnützigen Entsendeorganisationen zu den Projekten ins Ausland geschickt.

weiter…

Vorwärts weltwärts

Vorwärts, 9. Mai 2009, Jan Lauer

Mein zweiter Monat in Südafrika und es gibt viel zu berichten: Es waren Wahlen, mein Basketballteam hat ein erstes Tunier gespielt, eine Schülerzeitung wird geplant, achja und der ganz normale Schulbetrieb ging auch weiter…

Also fangen wir mit der Politik an: Südafrika hat gewählt! Das Ganze war sehr spannend, obwohl natürlich klar war, dass der ANC mit seinem Kandidaten Jacob Zuma gewinnen wird. Sehr beeindruckend war, dass Nelson Mandela – mittlerweile 90 Jahre! – auf der großen Wahlveranstaltung des ANC in Johannesburg als special guest erschien.

Für mich – auch als Politikwissenschaftler – war besonders interessant zu sehen, wie das Wählen in einer jungen Demokratie ganz praktisch abläuft. Zunächst einmal ist hier der Fakt zu nennen, dass man nicht an einem Sonntag wählt, sondern an einem Wochentag, der dann aber frei ist. Das finde ich eigentlich sehr schön, weil der Wahl so eine besondere Bedeutung zu kommt. Ein wenig gewöhnungsbedürftig finde ich das Markieren des linken Fingers mit unabwaschbarer Tinte als Versicherung, dass jeder nur einmal wählt. Noch jetzt – zwei Wochen später – kann ich erkennen, wer wählen gegangen ist und wer nicht. Die südafrikanische Fast Food-Kette Wimpys hat dann auch im Fernsehen damit geworben, dass jeder der seinen ge-inkden Finger zeigt, einen Gratis Kaffee bekommt…

weiter…

Afrika statt badische Landschaften

Badische Zeitung, 9. Mai 2009

Viele Jugendlichen nutzten heutzutage den Übergang von Schule zu Ausbildung oder Studium, um die Welt zu bereisen: Amerika oder Australien sind beliebte Ziele, auch China zählt mittlerweile zu den bevorzugten Reisezielen. In eine ganz andere Region wird sich Alessa Wilhelm aus Lahr im Sommer aufmachen. Die 19-Jährige wird für ein Jahr im afrikanischen Land Äthiopien leben und dort in ein Hilfsprojekt eingebunden sein.Nach dem Abitur noch einmal richtig verreisen, auch die 19-Jährige war von dieser Idee begeistert. “Auf jeden Fall weg”, das galt für die Schülerin vom Scheffel-Gymnasium. Wilhelm war aber von Anfang an klar, dass sie einen Auslandsaufenthalt mit einer sozialen Aufgabe verbinden möchte: “Ich will über längere Zeit in einem sozialen Bereich arbeiten. Ich finde es auch sinnvoller ein Jahr an einem Ort zu sein, um die Kultur des Landes besser kennen zu lernen.”

weiter…