Als Freiwillige nach Südamerika
Der Westen, 29. April 2009, Bülend Ürük
Für Nichtgläubige mutet der Begriff “Missionarin auf Zeit” doch schon ein wenig seltsam an. Miriam Brüser aus Essen engagiert sich in Bolivien als “Missionarin auf Zeit”. Im ZeusPower-Interview spricht sie über ihre Erfahrungen und Beweggründe, nach Südamerika zu gehen.
ZeusPower: Was genau verbirgt sich hinter dem Begriff “Missionarin auf Zeit”?
Miriam Brüser: Ich habe anfangs auch bei dem Begriff gestutzt. “Missionarin” heißt für mich nicht, dass ich nach Bolivien und in meine Einsatzstelle gekommen bin, um die Menschen und die zu betreuenden Kinder hier zu bekehren, sondern ich sehe in dem Wort “Missionarin” vielmehr “Mission”, einen Auftrag mit dem ich vor mittlerweile neun Monaten hierhergekommen bin. Es war keine plötzliche Laune, ich habe es mir lange überlegt und noch viel länger gewünscht. Immer schon habe ich erzählt “nach dem Abi nach Südamerika” zu wollen, ich habe für mich persönlich lange vorher diesen Auftrag gehabt. “Missionarin auf Zeit” beschreibt meine zeitlich auf ein Jahr begrenzte Arbeit als Freiwillige für einen Schwesternorden.

