Als Freiwillige nach Südamerika

Der Westen, 29. April 2009, Bülend Ürük

Für Nichtgläubige mutet der Begriff “Missionarin auf Zeit” doch schon ein wenig seltsam an. Miriam Brüser aus Essen engagiert sich in Bolivien als “Missionarin auf Zeit”. Im ZeusPower-Interview spricht sie über ihre Erfahrungen und Beweggründe, nach Südamerika zu gehen.

ZeusPower: Was genau verbirgt sich hinter dem Begriff “Missionarin auf Zeit”?

Miriam Brüser: Ich habe anfangs auch bei dem Begriff gestutzt. “Missionarin” heißt für mich nicht, dass ich nach Bolivien und in meine Einsatzstelle gekommen bin, um die Menschen und die zu betreuenden Kinder hier zu bekehren, sondern ich sehe in dem Wort “Missionarin” vielmehr “Mission”, einen Auftrag mit dem ich vor mittlerweile neun Monaten hierhergekommen bin. Es war keine plötzliche Laune, ich habe es mir lange überlegt und noch viel länger gewünscht. Immer schon habe ich erzählt “nach dem Abi nach Südamerika” zu wollen, ich habe für mich persönlich lange vorher diesen Auftrag gehabt. “Missionarin auf Zeit” beschreibt meine zeitlich auf ein Jahr begrenzte Arbeit als Freiwillige für einen Schwesternorden.

weiter…

Ohne meinen Bundestag sag’ ich nichts: Jugendaustausch für den Tourismus von morgen?

Jugendpolitik in Europa, 27. April 2009

Bundestagsabgeordnete der CDU/CSU und der SPD haben einen Antrag eingebracht, in dem sie fordern, “Tourismuskooperation und Jugendaustausch mit den neuen EU-Staaten” zu fördern. Kritische Stimmen aus den Verbänden.
Der Tourismusausschuss des Deutschen Bundestages hatte die Erfahrungen von grenzübergreifenden Tourismuskooperationen am 23. April 2008 in einer Anhörung thematisiert und zusammengetragen. Als Ergebnis der Anhörung hält der Antrag die Forderung nach mehr “Tourismuskooperation” fest. In diese Forderung wird auch der Jugendaustausch eingereiht: “Eine grenzübergreifende Zusammenarbeit im Bereich der Jugendpolitik ist auch für Deutschland als Wirtschafts- und Tourismusstandort bedeutsam, weil die deutsche Wirtschaft von guten Kontakten mit den neuen EU-Staaten profitiert und Jugendliche aus diesen Staaten, die im Rahmen eines Austauschs Deutschland besuchen und kennen lernen, eine positive Beziehung zu unserem Land aufbauen und später häufig als Touristen wiederkehren.” Als Beleg für die Nachhaltigkeit des internationalen Jugendaustauschs wird umfassend die Studie “Langzeitwirkungen der Teilnahme an internationalen Jugendbewegungen auf die Persönlichkeitsentwicklung der TeilnehmerInnen” der Universität Regensburg zitiert.

Der Antrag der Bundestagsabgeordneten von CDU/CSU und SPD leitet dabei seine Forderungen nicht aus pädagogischen Gründen, sondern aus der Tatsache ab, dass die neuen EU-Mitgliedsländer durch ihr wirtschaftliches Wachstum in den vergangenen Jahren “als Quellmarkt für den Deutschlandtourismus” interessant geworden sind. “Es liegt im Interesse Deutschlands und der Länder Bayern, Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, grenzübergreifende Kooperationen im Tourismusbereich zu fördern und Marketingmittel zu bündeln, um gemeinsam eine größere Außenwirkung zu erzielen.”

weiter..
antrag_tourismuskooperation_pdf

Gesetzliche Unfallversicherung für Teilnehmer von “weltwärts”

hib-Meldung, 20. April 2009

Die Teilnehmer des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes “weltwärts” sollen künftig über die gesetzliche Unfallversicherung versichert werden, anstatt wie bisher allein über privatrechtliche Versicherungen abgesichert zu sein. Das ist das Ziel eines Gesetzentwurfes der Bundesregierung zur Änderung des Vierten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze (16/12596). Mit der Tätigkeit im Ausland seien häufig höhere Gefährdungsrisiken verbunden, weshalb die Einbeziehung dieser jungen Menschen in den solidarischen Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung geboten sei, begründet die Regierung ihr Vorhaben. Damit verbunden sind unter anderem die Einführung einer gesonderten Meldung der Künstlersozialkasse an die Krankenkassen und die redaktionelle Anpassung an den einheitlichen allgemeinen Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Außerdem soll mit dem Gesetzentwurf die verwaltungsaufwändige und uneinheitliche Ausgestaltung der Generalunternehmerhaftung in der Bauwirtschaft beseitigt werden. Die im Jahr 2002 eingeführte Generalunternehmerhaftung für Beitragsausfälle in der Sozialversicherung sollte die Bekämpfung der Schwarzarbeit und der illegalen Beschäftigung erleichtern. Ziel war es, den Generalunternehmer zu veranlassen, dafür zu sorgen, dass der Nachunternehmer seinen sozialversicherungsrechtlichen Zahlungsverpflichtungen nachkommt. Die Möglichkeiten für den Generalunternehmer, sich von der Haftung zu entlasten, soll künftig vereinfacht werden. Ferner sollen für die Haftungsgrenze und die Entlastung künftig einheitliche Regelungen für alle Sozialversicherungszweige gelten.

weiter…
gesetzentwurf_uv_weltwarts_pdf

Hanna Dengler hilft Waisen in Kenia

Schwäbische Zeitung, 18. April 2009

Die Trossingerin Hanna Dengler hat ein halbes Jahr in Kenia verbracht, um Waisenkindern zu helfen. Die Tochter des evangelischen Pfarrers von Schura, Paul Dengler, arbeitete in zwei Kinderheimen und unterrichtete als Lehrerin in einer Vorschule.

“Afrika hat mich schon immer fasziniert”, erzählt die 20-Jährige, die derzeit ein Praktikum bei der “Trossinger Zeitung” absolviert. Nach dem Abitur bewarb sie sich im vergangenen Jahr bei verschiedenen Hilfsorganisationen für den Freiwilligendienst im Ausland. Im Internet stieß sie auf ein privates Hilfsprojekt in Kenia. Ein Missionar und dessen Frau haben dort das Heim “Ray of Hope” (Hoffnungsschimmer) gegründet. “Es liegt mitten im Busch”, berichtet Hanna Dengler. “Ich wollte das Ursprüngliche kennenlernen.”

Was für sie bedeutete, monatelang ohne Strom und fließendes Wasser auskommen zu müssen. “Es ist eine ganz andere Welt und war eine große Umstellung”, blickt die Schuraerin zurück. So saß sie abends bei Kerzenlicht oder mit Taschenlampen mit anderen Helfern und Kindern beisammen.

weiter…

David Steybe wird Zivi in Mexiko

Schwäbische Zeitung, 18. April 2009

Abitur und dann? “Ab nach Lateinamerika” dachte sich David Steybe aus Isny und bewarb sich beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für das Programm “weltwärts”. Ab August leistet er seinen Zivildienst in Mexiko – und stellt sich dafür auf frostige Zeiten ein.

ISNY (sz) Auslandsreisen sind teuer. Weg wollte der 19-jährige David Steybe trotzdem. Deshalb kämpfte er sich durch zehn Seiten Bewerbungsunterlagen und zwei Auswahl- und Orientierungsseminare für das Programm “weltwärts” des BMZ.

Das Ministerium koordiniert knapp 200 anerkannte Entsendestationen, die Arbeitsplätze für motivierte junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren bereithalten: Schulen in Togo, Bolivien, Uganda und Mexiko, Handballteams in Südafrika, Initiativen für benachteiligte Mädchen in Indien, Kinder- und Jugendzentren in Indonesien, Brasilien oder Tansania und Heime für behinderte Kinder in Kenia – die Projekte sind so vielfältig, wie die Menschen, die am Programm teilnehmen.

Etwa 10 000 Bewerbungen sind beim BMZ in den vergangenen beiden Jahren eingegangen. Im Jahr 2008 sind 2257 Freiwillige ausgereist. Davon sind etwa 62 Prozent weiblich. Neben den interkulturellen Aspekten sind vor allem die finanziellen Zuwendungen attraktiv. Mit maximal 580 Euro monatlich unterstützt das BMZ die Freiwilligen, womit sie Reisekosten, Unterbringung und Verpflegung bezahlen können. Teilweise gibt es von den Organisationen selbst noch Zuschüsse.

weiter…

“Oyibo” nimmt Zuhörer mit nach Nigeria

Schwäbische Zeitung, 8. April 2009

Unter dem Titel “Sechs Monate in Nigeria – eine besondere Erfahrung” hat Philipp Günthör höchst unterhaltsam am Freitag in der Unterkirche über seinen Auslandsaufenthalt berichtet. Das große Publikum erfuhr mehr über die Aktion “Kressbronner Ministranten helfen Tessy”, die der junge Mann vermittelt hatte.

KRESSBRONN (en) Zahlreiche Zuhörer jeden Alters fanden sich ein, um in einem Vortrag mehr über den Afrikaaufenthalt von Philipp Günthör zu erfahren, der im März wieder vom sechsmonatigen Abenteuer in der Millionenstadt Ibadan heimgekehrt war. In traditionell afrikanischer Gewandung – und nicht im Schlafanzug, wie er beteuerte – begrüßte der junge Mann seine Zuhörer und führte auf humorvolle und unterhaltsame Art durch seinen mit Bildern und Musik unterstützten Vortrag.

Zahlreiche informative Fakten über Nigeria und seine Probleme und Herausforderungen zwischen Tradition und Moderne brachte er mit: So gab es einerseits schöne Landschaftsaufnahmen und Bilder, die von einer für Deutsche unvorstellbaren Gelassenheit und Fröhlichkeit der Nigerianer erzählen und von einem Land zwischen Islam und Christentum. Andererseits bekamen die Zuhörer durch die treffenden Anekdoten aber auch Einblicke ins riesige Müllproblem des Landes, in Korruption und die tägliche Spannung zwischen Arm und Reich.

weiter…

Zwölf Monate Sozialarbeit in Uganda

Der Westen, 8. April 2009, Ann-Kristin vom Ort

Ein ganzes Jahr Sozial- und Entwicklungsarbeit wird die 26-jährige Stephanie Macke aus Wengern ab September in Afrika leisten. Über den gemeinnützigen Verein VIA reist sie im Rahmen des „weltwärts-Programms” nach Uganda, um dort gehörlosen Kindern Schulunterricht zu erteilen.

Vor drei Jahren war die junge Wengeranerin zum ersten Mal in Afrika und absolvierte in Ghana ein Praxisstudiensemester. Schon damals hatten sie die verschiedenen Menschen und Kulturen des Kontinents begeistert. „Die Menschen dort sind so anders. Das ist einfach der Wahnsinn”, beschreibt die gelernte Heilpädagogin mit leuchtenden Augen. Das Afrikafieber hatte sie gepackt, Aufenthalte in Äthiopien und Malawi folgten. „Ich möchte die Menschen in Deutschland wachrütteln und ihnen über die dortigen Lebensverhältnisse berichten”, beschreibt die junge Frau.

weiter…

D: Entwicklungspolitik verbessern

Radio Vatikan, 7. April 2009

Eine besser abgestimmte Entwicklungspolitik fordert der Dachverband deutscher Entwicklungsorganisationen im Vorfeld der Bundestagswahl. Die neue Bundesregierung müsse ungeachtet der weltweiten Wirtschaftskrise die Bekämpfung von Armut und Hunger „ganz oben auf der politischen Agenda“ ansiedeln, sagte der stellvertretende Vorsitzende Jürgen Lieser am Dienstag in Bonn. Lieser äußerte sich anlässlich der Präsentation eines Katalogs „10 Forderungen zur Bundestagswahl – die globalen Herausforderungen annehmen“. Ressortübergreifend sollte festgelegt werden, welche nationalen und internationalen Initiativen Deutschland zur Halbierung von Armut und Hunger bis 2015 ergreifen wolle. Im Bildungsbereich plädieren die Autoren des Forderungskatalogs für eine weitere Förderung des Freiwilligendienstes „weltwärts“, der jungen Deutschen eine Mitarbeit bei Projekten in Lateinamerika, Afrika und Asien ermöglicht. Zudem sei die Entwicklungszusammenarbeit für Grundbildung seitens der Bundesregierung spätestens ab 2010 auf 913 Millionen Euro pro Jahr zu erhöhen, um die entsprechenden EU-Zusagen einzuhalten.

weiter…

Grüne erkundigen sich nach Umsetzung des Freiwilligendienstes “weltwärts”

hib-Meldung, 7. April 2009

Nach dem Stand der Umsetzung beim entwicklungspolitischen Freiwilligendienst “weltwärts” erkundigt sich die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in einer Kleinen Anfrage (16/12584). Vor allem möchte sie von der Bundesregierung wissen, inwiefern sie nach dem ersten Jahr der Umsetzung von “weltwärts” Erkenntnisse gezogen habe, die für eine Weiterentwicklung des Programms von Bedeutung sind und inwieweit dabei die Erfahrungen und Meinungen der zurückgekehrten Freiwilligen berücksichtigt werden. Außerdem fragt die Fraktion, ob die Bundesregierung noch Nachbesserungsbedarf bei der Ausgestaltung des Programms sehe und ob sie eine abschließende Evaluation der Einführungsphase plane. Weiterhin interessiert sie sich unter anderem für die Kriterien für die Anerkennung von Trägern und Einsatzstellen, die abgerufenen Mittel im Jahr 2008 sowie mögliche Vereinbarungen mit den Partnerländern.

Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst “weltwärts” wurde vor einem Jahr vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ins Leben gerufen und bietet 10.000 jungen Menschen die Möglichkeit, einen Freiwilligendienst im Ausland zu leisten. Hierfür stellt das BMZ einen Jahresetat von 70 Millionen Euro zur Verfügung. Das Programm soll zunächst drei Jahre lang erprobt werden.

weiter…

kleine_anfrage_grune_pdf

Afrika ruft: Stefanie Koch und Irina Drees werden in Mosambik Missionare auf Zeit

Emsdettener Volkszeitung, 3. April 2009, Michael Böhm

“Es gib nur stundenweise Strom”, weiß Stefanie Koch. “Und fließendes Wasser haben wir auch nicht immer”, ergänzt Irina Drees. Doch das kann die beiden Freundinnen nicht schrecken. “Wir gehen für ein Jahr nach Afrika”, sagen sie.Mosambik im Südosten des schwarzen Kontinents ist das Ziel ihrer Träume, und hier – um ganz genau zu sein – der Konvent der Schwestern der Heiligen Maria Magdalene Postel in Metarica. Eine Handvoll Schwestern des Ordens mit deutschem Stammsitz in Heiligenstadt unterhält hier ein Kinderheim, engagiert sich in einer Schule und koordiniert vor Ort Familienpatenschaften, die Spender aus Deutschland übernehmen. Hier wollen sich Stefanie Koch (21) aus Emsdetten und Irina Drees (18) aus Elte engagieren und mitarbeiten.

weiter…