Flüchtlingselend in der Traumlandschaft

Der Teckbote, 28. Februar 2009

Lenningen. Nach dem Abitur geht es erst einmal in die große, weite Welt. Das ist das Programm vieler junger Menschen. Auch Kristina Oberle aus

Andreas Volz

Brucken hat sich im September aufgemacht, um im Ausland neue Erfahrungen zu sammeln. Im Unterschied zu manchen anderen ist sie aber ein ganzes Jahr lang fort – und das keinesfalls auf Urlaubsreise: Über die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) ist sie nach Perpignan gegangen und leistet dort einen einjährigen Freiwilligendienst. Perpignan ist die Hauptstadt des französischen Départements Pyrénées-Orientales, und die Pyrenäen sind gewissermaßen auch der Grund, warum Kristina Oberle in Perpignan einer sinnvollen Arbeit im Sinne der ASF nachgehen kann.

Die Pyrenäen bilden die Grenze zwischen Frankreich und Spanien, und im Februar 1939 flüchteten viele Spanier über diese Gebirgsgrenze nach Frankreich. Der Spanische Bürgerkrieg neigte sich dem Ende zu, Barcelona als eine der letzten Bastionen der Republikaner war bereits an die Nationalisten um Franco gefallen. Die Republikaner sahen ihr letztes Heil folglich in der Flucht. Diese Flucht bezeichneten sie als „retirada“. Das bedeutet soviel wie „Rückzug“, obwohl es de facto eher ein „Auszug“ war. „Die retirada ist derzeit das alles beherrschende Thema im Département. Das ist jetzt genau 70 Jahre her“, sagt Kristina Oberle, die gerade einen einwöchigen „Heimaturlaub“ hinter sich gebracht hat.

Innerhalb von drei Monaten seien rund eine halbe Million Menschen aus Katalonien über die Pyrenäen gekommen – „mit nix“. Das heißt, manche hatten Erbstücke dabei, Standuhren zum Beispiel. Das sieht Kristina Oberle immer wieder auf zeitgenössischen Fotos. Andere Bilder zeigen Menschenmassen an der Grenze. Frankreich habe den Ansturm damals zunächst unterschätzt und dann die Grenze für eine längere Zeit einfach dicht gemacht. Als die Flüchtlinge schließlich doch ins Land gelassen wurden, bekamen sie ein provisorisches Lager am Strand zugewiesen. Eine Standuhr war dort in den Zelten sicher kein allzu nützliches Utensil.

Was sich aus heutiger Sicht wie Traumurlaub anhören mag – direkt am Strand an der südfranzösischen Mittelmeerküste mit Blick auf den schneebedeckten Canigou, den „heiligen Berg“ der Katalanen –, war damals alles andere als idyllisch. Für Unbehagen sorgt dort nämlich regelmäßig die „Tramontane“, ein heftiger bis eisiger Wind. Hinzu kamen Nahrungsmangel, Beschäftigungslosigkeit und die fehlende Perspektive.

Nach ungefähr einem Jahr Lagerprovisorium am Strand wurde schließlich das vorhandene Camp in Rivesaltes ausgebaut. Kurz zuvor, im Jahr 1938, war es als Militärlager für französische Truppen errichtet worden, die in Nordafrika zum Einsatz kamen. Nun diente das Lager aber größtenteils zur Unterbringung der spanischen Bürgerkriegsflüchtlinge sowie anderer „étrangers indésirables“ – unerwünschter ausländischer Personen also, für die notdürftige Behausungen bereitgestellt wurden.

Ab 1940 kamen viele dieser „étrangers indésirables“ aus Baden und aus dem Saarland. Sie waren nach Gurs an der Atlantikseite der Pyrenäen deportiert worden. Viele kamen von dort aus nach Rivesaltes. Einer davon war Paul Niedermann. Mit 13 Jahren kam er mit seiner Familie in das Lager. Gemeinsam mit seinem Bruder hielt er sich anschließend an vielen verschiedenen Orten versteckt, mit Unterstützung einer jüdischen Untergrundorganisation, die sich die Hilfe für Kinder zur Aufgabe gemacht hatte. Sein Bruder kam dank dieser Hilfe in die USA, Paul Niedermann selbst gelangte in die Schweiz. Die Eltern dagegen wurden von Südfrankreich aus nach Auschwitz deportiert und kamen dort ums Leben.

Heute engagiert sich Paul Niedermann als Zeitzeuge, um an das Schicksal seiner Generation zu erinnern, bevor alles vergessen ist. Er selbst hat sich der Erinnerung erst gestellt, als er vor über 20 Jahren im Prozess gegen Klaus Barbie, den „Schlächter von Lyon“ aussagen musste. „Dabei hat er alles noch einmal durchlebt“, erzählt Kristina Ober­le. Wie wichtig es für Paul Niedermann war, das Schweigen zu brechen, belegt die Tatsache, dass er keine Albträume mehr hat, seit er über die Vergangenheit spricht und viele junge Menschen daran teilhaben lässt.

Die Gedenkstätte des Lagers von Rivesaltes arbeitet eng mit Paul Niedermann zusammen. Getragen wird diese Gedenkstätte vom Conseil Général in Perpignan, von der Département-Verwaltung also. Im Rahmen ihres Freiwilligendiensts ist Kristina Oberle zuständig für Führungen im Lager, für die Presseschau und in gewisser Weise auch für die internationale Öffentlichkeitsarbeit. Als kürzlich ein BBC-Radioteam die Gedenkstätte besuchte, um für eine Radioreportage zu recherchieren, kam es der französischen Behörde sehr gelegen, den Engländern eine kompetente Person zur Verfügung stellen zu können, die nicht nur weiß, worum es geht, sondern darüber hinaus auch noch Englisch spricht.

Ihre Führungen durch das Lager macht Kristina Oberle auf Französisch. Meistens sind es Schulklassen, die sie über das Gelände führt, manchmal auch Einzelpersonen. Hin und wieder kommen sogar spanische Klassen über die Grenze. Um diese Schüler später einmal sprachlich kompetent betreuen zu können, besucht Kristina Oberle nebenbei auch Spanischkurse in Perpignan.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist die Geschichte des Lagers übrigens noch lange nicht zu Ende: Danach diente es als Lager für deutsche Kriegsgefangene und französische Kollaborateure. In dieser Zeit war die Sterblichkeit am höchsten, berichtet Kristina Oberle. Ab 1948 war Rivesaltes wieder ein französisches Militärcamp, bis es durch den Algerienkrieg abermals eine neue Nutzung bekam: als Unterkunft für „Harkis“, für Algerier also, die mit den Franzosen zusammengearbeitet hatten. Bis 1970 blieben die letzten Harkis in Rivesaltes. Danach waren in dem Lager Personen untergebracht, die auf ihre Abschiebung warteten. Erst im Dezember 2007 wurde für diese Menschen ein neues Lager in der Nähe errichtet.

Ein Teil des Camps wird heute immer noch von französischem Militär genutzt. Weitere Teile der riesigen Anlage sind dem Verfall preisgegeben. Einen kleinen Teil des gesamten Camps, „îlot F“ – das „Inselchen“ mit dem Buchstaben F – hat die Département-Verwaltung gekauft, um dort eine Gedenkstätte einzurichten. Die Pläne sind vielversprechend: Ein Dokumentationszentrum soll halb in die Erde eingegraben werden. Die Baracken selbst sollen zwar nicht restauriert, aber doch erhalten werden. Für das gesamte Projekt sind 20 Millionen Euro veranschlagt. Welchen Anteil daran das Département tragen soll, welchen der französische Staat, darüber streiten sich die Geister. Die Tramontane wird also noch viel Wind in die Pyrénées-Orientales blasen, bevor die ganz große Lösung verwirklicht wird. Das Gedenken selbst ist aber unabhängig davon möglich, und um dieses Gedenken hochzuhalten, dafür sind Zeitzeugen wie Paul Niedermann nötig, aber auch junge Freiwillige wie Kristina Oberle.

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Mid-Therm und Schildkrötenbabys

Taz Blogs, 27. Februar 2009, Ivo Heinecke

Letzte Woche hatten wir unsere Mid Therm Evaluation (MTE). Diese ist ein Bestandteil des weltwärts-Programmes und sollte bis zur Hälfte des Programes stattgefunden haben. Normale Freiwillige hier bei FSL haben einmal im Monat zwei Tage dafür – wir weltwärts-Freiwilligen haben circa in der Mitte unseres Aufenthalts einmal 5 Tage Evaluation. Im Gegensatz zu einigen weltwärts-Freiwilligen, die vor uns gekommen sind und ihre MTE Ende November hatten, sind wir nicht in Kundapur geblieben, sondern auf einen ökologischen Bauernhof in die Western Ghats gefahren. Eigentlich waren ganz andere Orte geplant, diese wurden jedoch kurz vorher abgesagt. Wir sind auf die “Simha Farm” gegangen. Es war ein wunderbarer, nachts recht kalter dafür tags nicht zu heisser Ort, an dem wir in aller Ruhe und bei guter Stimmung unsere Evaluation durchführen konnten. Das Essen dort ist rein vegetarisch und so weit es möglich ist ökoligisch.

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Reformbedarf beim weltwärts-Programm

Entwicklungshilfe Online, 26. Februar 2009, Petra Gabriel

Ein Jahr lang “lernen, helfen und Verantwortung übernehmen” ist die Devise. Und die ersten Heimkehrer des weltwärts-Programms schilderten ihre Erlebnisse als Volunteers Mitte Dezember 2008 anlässlich der Pressekonferenz im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) noch überwiegend rosig. Auch Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und der damals zuständige BMZ-Referatsleiter Hans-Peter Bauer schwärmten von den Möglichkeiten für junge Menschen, durch das mit 70 Millionen Euro gut ausgestattete Freiwilligen-Projekt interkulturelle Kompetenz zu erwerben (epo.de berichtete). Jetzt kamen bei einer Podiumsdiskussion im Berliner Haus der Demokratie und Menschenrechte auch Partnerorganisationen aus Gastgeberländern zu Wort. Und in deren Augen gibt es beim Freiwilligenprojekt des BMZ noch einiges zu verbessern.

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Bonn: Beim VENRO-Kongress in Bonn steht “Global Learning” im Mittelpunkt

Bonner Wirtschaftsblog, 18. Februar 2009

Im Vorfeld der UNESCO-Weltkonferenz “Bildung für nachhaltige Entwicklung”, die vom 31. März bis 2. April in Bonn stattfindet, werden 150 zivilgesellschaftliche Vertreter aus mehr als 30 Ländern bei einem Kongress der Nichtregierungsorganisationen vom 27. bis 29. März über die Fortschritte und Herausforderungen in diesem Bereich diskutieren. Veranstalter sind der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) mit Sitz in Bonn und das CONCORD Development Education Forum.

Vor fünf Jahren wurde die UNO-Dekade zur Bildung für nachhaltige Entwicklung gestartet. Was wurde bisher erreicht? Wo liegen die neuen Herausforderungen? Diskutiert werden soll auch der Beitrag entwicklungspolitischer Freiwilligendienste, etwa des deutschen Programms „weltwärts”. Was leisten diese Programme konkret zur Förderung des globalen Lernens? Welche Strukturen sind notwendig, damit Freiwillige sich auch nach ihrem Dienst im Ausland entwicklungspolitisch engagieren? Gemeinsam mit den Freiwilligen werden Vertreterinnen und Vertreter von zivilgesellschaftlichen Organisationen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa ihre Erwartungen an das Programm formulieren.

Die Ergebnisse der Konferenz werden in einer Bonner NRO-Erklärung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung festgehalten. Diese soll in die Debatten der anschließenden UNESCO-Weltkonferenz einfließen – denn die Zivilgesellschaft ist zentraler Partner für die Umsetzung der UN-Dekade.

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ENTER: “Ich genieße, mich mit frischem Regenwasser waschen zu können”

Badische Zeitung, 18. Februar 2009

Ich bin als “weltwaerts”-Freiwillige des Deutschen Entwicklungsdienstes auf die Philippinen gereist. Ich entschied mich für das Projekt “Nutrition and Healthcare” in Borongan, der Provinzhauptstadt in Eastern Samar. Auf dem Inselarchipel ist es tropisch warm. Daher genieße ich zurzeit die Regenzeit in Borongan. Es ist angenehm kühl, doch leider gibt es täglich Überschwemmungen, die Kleider sind ständig nass und da es in unserem Gästehaus sehr feucht ist, steht der Kampf gegen den Schimmelpilz an. Nichtsdestotrotz genieße ich es, mich mit sauberem Regenwasser waschen zu können, und wenn wir mal keines haben, holen wir mit unseren Kanistern Wasser vom Nachbarhaus. Ich wohne mit zwei weiteren Deutschen, die auch Entwicklungshilfe leisten, in einem Haus. Unser Bad besteht aus einer Kloschüssel und die Schöpfkelle leistet ihren Dienst als Dusche und Klospülung.

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Ein Freiwilliges Soziales Jahr in Indien

Hamburger Abendblatt, 17. Februar 2009, Christin Damrau und Paul Schauer

“Ich wusste einfach nicht, was ich machen sollte”, sagt Jeanine Glöyer. 2008 hatte die 19-jährige Niendorferin Abitur am Gymnasium Bondenwald gemacht. Jeanine entschied sich, danach zunächst drei Monate ins Ausland zu gehen. Nach Indien. In eine Klosterschule, um dort Waisen in Englisch zu unterrichten.

Ob Freiwilliges Soziales Jahr oder das sogenannte Work & Travel – ein Programm, das Arbeiten und Reisen miteinander verknüpft – beide sind gefragt. Allerdings nicht mehr während der Schulzeit (wir berichteten), sondern viel mehr danach. Nach Angaben des Familienministeriums gehen jedes Jahr rund 450 junge Deutsche für ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Ökologisches Jahr ins Ausland. Da dieser freiwillige Dienst auch als Zivildienst angerechnet werden kann, kommen 1075 junge Männer hinzu, die das FSJ als Ersatzdienst ableisten. Allerdings muss der Dienst, um ihn als FSJ bescheinigt zu bekommen, zwischen sechs und 18 Monaten dauern und bei einer offiziell geförderten Organisation ablaufen.

Doch verlieren junge Menschen nicht Zeit, in der sie schon ein Studium hätten beginnen können? “Nein”, sagt Knut Börnsen von der Agentur für Arbeit Hamburg. “Personalchefs schauen ganz genau hin. Ein Auslandsaufenthalt zeigt, dass man selbstständig ist und dass man sich gut anpassen kann.”

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Evangelische Kirche startet Pilotprojekt zum Programm “weltwärts”

Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers, 17. Februar 2009

Die evangelische Kirche hat am Donnerstag in Hannover ein Pilotprojekt zum entwicklungspolitischen Programm “weltwärts” gestartet. Ein Forum aus 39 kirchlichen Organisationen wie “Brot-für-die-Welt”, der Evangelische Entwicklungsdienst, Eirene und verschiedenden Missionswerken will dabei junge Menschen schulen, die nach der Arbeit für Entwicklungshilfeprojekte nach Deutschland zurückgekehrt sind. Mit dem Förderprogramm “weltwärts” des Entwicklungsministeriums werde die Zahl der jungen Deutschen, die sich im Ausland engagieren, stark ansteigen, sagte der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Martin Schindehütte.

Das Ministerium unterstützt seit gut einem Jahr Organisationen, für die junge Leute zwischen 18 und 28 Jahren sechs bis 24 Monate in einem Entwicklungsland arbeiten. Bisher sind dabei bereits rund 2.400 Jugendliche nach Afrika, Lateinamerika, Osteuropa oder Asien gereist, um sich dort ehrenamtlich in Projekten zu engagieren. In drei bis vier Jahren soll die Zahl dem Ministerium zufolge auf 10.000 pro Jahr steigen. Schindehütte sagte, die evangelische Kirche beteilige sich aktiv an diesem Programm. Mit ihren weltweiten ökumenischen Kontakten bringe sie Erfahrungen ein. Ihre Werke hätten schon seit vielen Jahren Freiwilligenprogramme im Ausland.

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NRO-Kongress befasst sich mit Bildung für nachhaltige Entwicklung

Entwicklungspolitik online, 17. Februar 2009

Im Rahmen der Weltdekade “Bildung für nachhaltige Entwicklung” (2005-2014) haben sich die UN-Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung in allen Bereichen ihrer Bildungssysteme zu verankern. Die Menschen sollen so lernen, besser mit globalen Problemen umzugehen. Die UNESCO zieht vom 31. März bis 2. April 2009 in Bonn auf ihrer Weltkonferenz eine Zwischenbilanz des Erreichten. Zur Vorbereitung der Weltkonferenz diskutieren wenige Tage davor, vom 27. bis 29. März, rund 150 Vertreter der Zivilgesellschaft aus mehr als 30 Ländern über die Fortschritte und Herausforderungen im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Thema auf dem NRO-Kongress vom 27.-29. März ist auch der Beitrag entwicklungspolitischer Freiwilligendienste, etwa des deutschen Programms “weltwärts”. Was leisten diese Programme konkret zur Förderung des Globalen Lernens? Welche Strukturen sind notwendig, damit Freiwillige sich auch nach ihrem Dienst im Ausland entwicklungspolitisch engagieren? Gemeinsam mit den Freiwilligen werden Vertreterinnen und Vertreter von zivilgesellschaftlichen Organisationen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa ihre Erwartungen an das Programm formulieren.

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Berliner entwicklungspolitische Organisationen begrüßen Ablehnung von Humana als weltwärtsEntsendeorganisation

Open PR, 16. Februar 2009

Die 70 im Berliner entwicklungspolitischen Ratschlag (BER) zusammengeschlossenen entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen begrüßen, dass das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) den Verein „Humana People to People Deutschland e.V.” nicht als Entsendeorganisation im Programm „weltwärts“ anerkennt.(…)Der BER hatte 2005 einen Mitgliedsantrag der „Humana Kleidung für Entwicklung gGmbH“ abgelehnt. Der BER kritisiert an „Humana“ u.a. die Art und Weise der Arbeit mit Freiwilligen (die z.B. vor dem Auslandsaufenthalt als Vorbereitung in „Humana“-Sortierfabriken arbeiten, Kleidercontainer leeren und in „Humana“-Second-Hand Shops aufräumen). Diese Praxis ist weiterhin aktuell, wie Berichte von Freiwilligen – z.B. in einer Sendung des WDR vom 19. Januar 2009 – bestätigen.

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Am Anfang steht der Kulturschock

Zevener Zeitung, 15. Februar 2009

Drückende Hitze, die Masse von Menschen: Für Sira Müller aus Basdahl-Oese stand am Anfang der Kulturschock. Im September, wenige Monate nach dem Schulabschluss, hat die 19-Jährige ihrer Heimat Lebewohl gesagt, um für ein Jahr an Indiens Südostküste zu leben und zu arbeiten. Für sie eine völlig neue Welt: “Alles war so bunt, so chaotisch. Und an den Fahrstil muss man sich erst einmal gewöhnen. Wer die lauteste Hupe besitzt, hat Vorfahrt.”

Sira gehört zu den ersten rund 2100 Jugendlichen, die mit dem neuen Bundesprogramm “weltwärts” unterwegs sind. Seit 2008 unterstützt das Entwicklungsministerium junge Leute zwischen 18 und 28 Jahren, die sich ehrenamtlich in Projekten in Afrika, Lateinamerika, Osteuropa oder Asien engagieren und sechs bis 24 Monate bleiben wollen (die Zevener Zeitung berichtete). Es hat ein wenig gedauert, bis sie sich an ihr neues Zuhause gewöhnt hat. Inzwischen schätzen sie und ihre Freundin Janna Bulgrin (21) aus Oldau bei Celle die Gastfreundschaft und die etwas zurückhaltende Art der Menschen im Land: “Inder drücken sich selten direkt aus”, so ihre Erfahrung.

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