Entwicklungspolitik online, 15. Dezember 2008
Die ersten organisatorischen Schwierigkeiten scheinen überwunden, die ersten Klippen umschifft, es wurde nachgebessert: In den ersten rund 12 Monaten hat das Projekt “weltwärts” das Laufen gelernt. In etwa vier Jahren werden rund 10.000 junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren um die vielzitierte interkulturelle Kompetenz und manche Erfahrung in Schwellen- und Entwicklungsländern reicher sein. Derzeitig anvisierte Projekt-Kosten: 70 Millionen Euro. Aufgelegt wurde das Freiwilligenprojekt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ). Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und der zuständige BMZ-Referatsleiter Hans-Peter Bauer zogen am Montag zusammen mit sieben weltwärts-Rückkehrern eine überwiegend positive Bilanz zum ersten Jahr.
Rund 180 Nichtregierungsorganisationen – und mit dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED) eine staatliche Organisation – haben inzwischen über 3000 Plätze in Entwicklungs- und Schwellenländern aufgetan – genug, um auch Ausweichmöglichkeiten zu haben, wenn Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen sind. Bisher ging es für etwa 2000 junge Menschen weltwärts, im nächsten Jahr soll sich die Zahl verdoppeln. In etwa vier Jahren, so Referatsleiter Bauer, werde weltwärts mit 10.000 Teilnehmern und Teilnehmerinnen wohl zum größten Freiwilligendienst weltweit geworden sein.
Für die sieben jungen Menschen, die am Montag auf der Pressekonferenz Auskunft gaben, waren es wohl überwiegend die unterschiedlichen Lebensbedingungen und die zwischenmenschlichen Begegnungen, die einen tiefen Eindruck hinterließen. Michael Regnet von der deutschen Pfadfinderschaft St. Georg war zur “South African Scout Association” in die südafrikanische Provinz Mpumalanga gereist und formulierte es so: “Deutschland ist ein Entwicklungsland bezüglich der Sozialisierung der Menschen, des Miteinander.”
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