Für ein Jahr in England leben

Baden online, 27. September 2008, Dirk-Eike Röckel

Wie ist es wohl, wenn man das erste Mal seine Heimat verlässt? Ohne Familie, Verwandte und Freunde in ein fremdes Land geht, um dort für ein Jahr zu leben. Diese Fragen haben sich mir gestellt, bevor ich meine Entscheidung getroffen habe, ein Freiwilliges Soziales Jahr, kurz FSJ, im Ausland zu leisten. Lieber soziale Erfahrungen sammeln und am besten noch in einer anderen Kultur, anstatt meine Zeit bei der Bundeswehr zu verschwenden. Das klingt zwar etwas überspitzt, entspricht aber meiner Meinung.
Nun stellte sich für mich nur noch die Frage, in welchem Land ich gerne einmal leben würde. Ein englischsprachiges sollte es sein. Da war ich mir sicher. Und nach längerer Überlegung, ob nun die USA oder doch das Mutterland der englischen Sprache, entschied ich mich für England.

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Stipendien für sozial Engagierte

Unikosmos, 23. September 2008

Interessierte haben jetzt die Möglichkeit, sich für ein “Nordlicht”-Stipendium zu bewerben. Die Stiftung vergibt für 2009 Stipendien für Freiwilligendienste und Schüleraustauschprogramme.
Die Stipendien richten sich an junge Menschen bis 28 Jahre, die sich sozial engagieren.

Dazu zählen insbesondere Aktivitäten zur Förderung der internationalen Verständigung, aber auch die Mitarbeit in einer Gemeinde, im Alten- oder Behindertenheim oder aktive Nachbarschaftshilfe.

Die glücklichen Auserwählten erhalten beispielsweise ein Vollstipendium für einen Freiwilligendienst in Südafrika. Bewerbungsschluss ist der 31. Dezember 2008.

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Freiwillige vor!

Stern, Heft 38/2008, Uli Hauser, Gerhard Dissner

Eine Auszeit nehmen, Neues erkunden, Herausforderungen meistern – immer mehr Jugendliche zieht es nach der Schule in die Ferne. Im Freiwilligen Sozialen Jahr entdecken schon jetzt Tausende sich und die Welt. Der stern besuchte einige von ihnen in Afrika. Und bat andere um Erfahrungsberichte.

Und plötzlich ist Iris auch noch Fahrlehrerin. Wie man in großen Töpfen Marmelade kocht, hat sie schon gelernt. Montags und donnerstags gibt Iris Suppe aus, und wenn Zeit ist, pflückt sie Tomaten auf dem Feld. Nun also kommt ihr Chef, Father Larry, und sagt, sie solle Matteo Autofahren beibringen. Er habe ihm gerade auf dem Schwarzmarkt einen Führerschein gekauft, für hundert Dollar. Iris solle den weißen Pickup nehmen, hinten im Hof. Ihr Deutschen, sagt Father Larry, könnt doch alle fahren wie Michael Schumacher.

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Machen wir nur wegen der Karriere Freiwilligendienst?

Süddeutsche Zeitung, 19. September 2008, Hannes Kerber

Im Mai hatte sich schon das SZ-Magazin über Egotrips ins Elend beschwert. Und jetzt eben “Die Zeit”. Als Ziel fest fixiert ist die Bewegung der neuen Internationalisten, das Lebensgefühl NGO junge Freiwillige also, die zum Helfen in die Dritte Welt gehen. Dient es dem Guten oder bloß der Karriere?, fragt Rudolf Novotny in der aktuellen Ausgabe der “Zeit”.

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Die Karriere der Gutmenschen

FAz, 18. September 2008, Isa Hoffinger

Abends, wenn die Sonne das Kap der Guten Hoffnung in goldenes Licht taucht, macht sich Andreas Ebert auf den Heimweg. “Einkäufe”, sagt er, “erledigt man besser vor achtzehn Uhr.” Danach wird es unsicher auf den Straßen rund um Kapstadt (lesen Sie dazu Schlafen in der Sicherheitszelle). Kriminelle Banden dealen, rauben und tragen Konflikte mit Schusswaffen aus. Sie kontrollieren ganze Stadtviertel. Die Urlauber schreckt das Elend nicht ab. Während Hochzeitspaare auf dem berühmten Tafelberg die Aussicht genießen, stirbt 1200 Meter weiter unten jeder zweite Mann zwischen sechzehn und dreißig Jahren durch Mord.

Andreas Ebert ist kein Tourist, obwohl er natürlich auch schon auf dem Tafelberg war. Seit einem halben Jahr arbeitet der 28 Jahre alte Betriebswirt für den Verein “Homesick International”, der sich um Straßenkinder kümmert. Er leitet die Pressearbeit, sucht Sponsoren und koordiniert die Aufenthalte der ehrenamtlichen Helfer. Manche von ihnen bleiben vier Wochen, andere ein ganzes Jahr. Meistens ist die Zeit zu kurz. “Bis die Freiwilligen sich eingewöhnt haben, dauert es drei Wochen”, sagt Ebert. Vielen Helfern falle die Kinderbetreuung auch nach Monaten noch schwer. “Schon die sechsjährigen Kinder hier rauchen Tik, eine Billigdroge. Mit acht werden sie missbraucht, mit zwölf sind sie in die erste Messerstecherei verwickelt. Und mit siebzehn Jahren sitzen sie dann im Gefängnis.”

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Die neuen Internationalisten

Die Zeit, 18. September 2008, Rudolf Nowotny

Als das Gespräch im Szene-Café schon zu Ende ist, hält Marett Klahn einen Augenblick inne, lächelt, und sagt: »Geld ist eben nicht alles. Für mich. Und eigentlich für alle.« Marett Klahn ist Teil einer neuen Jugendbewegung. Einer, die ganz anders ist als ihre Vorgänger. Die nicht gegen die Regierenden auf die Barrikaden geht, sondern sich massenweise für ein Regierungsprogramm begeistert. Die 68er hatten Sit-ins, die 80er Friedendemonstrationen, die 90er die Love-Parade. Die Jugendbewegung des neuen Jahrtausends in Deutschland hat »Weltwärts«.

»Weltwärts« schickt Jugendliche zwischen 18 und 28 Jahren in die Welt, zu einem unbezahlten, aber zumindest kostenlosen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst. Private Hilfsorganisationen stellen die Plätze in ihren Projekten, die Bundesregierung übernimmt die Kosten. Gestartet wurde das Programm vor einem Jahr vom Entwicklungshilfeministerium. Kurz darauf brach die Internetseite des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) wegen des Ansturms interessierter Jugendlicher zusammen. Drei Monate später hatten sich allein dort 700 von ihnen ins Blaue auf noch nicht existierende Praktikumsplätze beworben. Bis heute sind mehr als 10.000 Bewerbungen eingegangen.

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Der etwas andere Dienst im fernen Ausland

Vlothoer Anzeiger, 14. September 2008, Nicole Sielermann

Etwas Sinnvolles sollte es sein. Etwas, mit dem Peter Klöpping einen Beitrag leisten will. Deshalb sitzt der 19-Jährige momentan im Flieger nach Bangladesch. Für elf Monate heißt die Heimat Joypurhat im Nordwesten des Landes. Dort leistet Klöpping seinen Zivildienst – seinen “anderen Dienst im Ausland”, wie es offiziell heißt – bei der Organisation “Netz Bangladesch”.Dass es erneut ins Ausland gehen sollte, war Peter Klöpping spätestens nach seinem Austauschjahr in Venezuela in der Jahrgangsstufe elf klar. “Welche Zeit eignet sich besser als der Zivildienst?”, findet er. Und so suchte er gezielt nach einer zuverlässigen Organisation, die ihn hinreichend auf den Auslandsaufenthalt vorbereitete.

Die Empfehlungsliste der Bundesregierung war lang und schließlich entschied sich der 19-Jährige für “Netz Bangladesch”. “Zum einen wollte ich nicht noch einmal nach Südamerika, zum anderen fiel Afrika aus, weil dort französische Sprachkenntnisse gefordert waren”, sagt er. Nun wird er Südasien kennenlernen. An mehreren Wochenenden und in einem Praktikum wurde der Bad Oeynhausener vorbereitet. “Fünf der insgesamt 20 Bewerber wurden genommen.”

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Entwicklungsdienst in eigener Sache

Stern online, 11. September 2008, Philipp Jarke und Judith Scholter

Nach der Schule in die weite Welt: Jedes Jahr strömen Tausende Jugendliche für ein Freiwilliges Soziales Jahr ins Ausland. Sie arbeiten in Hilfsprojekten und lernen dabei nicht nur andere Länder, sondern auch sich selbst besser kennen.

Christian hat sich eingelebt in seiner neuen Welt. Vor einem Vierteljahr kam er mit dem Weltwärts-Projekt der Bundesregierung nach Chile, seitdem arbeitet er in Santiago in einer Einrichtung für behinderte Kinder und Jugendliche. Sprachprobleme gab es nur am Anfang: Inzwischen zeigt Christian neuen Praktikanten, wie man Kinder wäscht und wickelt, wie man sie anzieht und füttert.


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Sozialarbeiterin in Indien

Stern online, 10. September 2008, Teresa Reubel

Ein großartiger Geografie-Lehrer weckte in Teresa Reubel die Sehnsucht nach der Ferne. Die kann sie jetzt als Sozialarbeiterin in Indien stillen. Dort kümmert sie sich um nachhaltiges Wirtschaften mit dem knappen Gut Wasser – und hat auch noch indisch kochen gelernt.
Während meiner letzten Schuljahre hatte ich einen wundervollen Geografhie-Leistungskurs. Der Lehrer hat mein Interesse für Entwicklungsländer und Ökologie geweckt. Nach dem Abitur wollte ich in die Welt ziehen, dabei Neues erleben und lernen und mich gleichzeitig für eine gute Sache einsetzen. Als ich dann vom Weltwärts-Programm erfuhr, habe ich mich beworben. Ich wusste einfach, das ist genau das Richtige für mich.

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In Boca Chica wird Nächstenliebe gelebt

Suedkurier, 9. September 2008, Esther Dymel

Die Freie Christengemeinde “Foyer” in Friedrichshafen ist als Entsendeorganisation bei “Weltwärts”, einem Förderungsprogramm für humanitäre Hilfe der deutschen Bundesregierung, anerkannt. “Libertad” heißt das geförderte Friedrichshafener Missionsprojekt in Kolumbien, das von der Freien Christengemeinde unter der Leitung von Pastor Andreas Sohl (45) mit ins Leben gerufen wurde. Hinter dieser nun offiziell gewürdigten und anerkannten Arbeit von höchster politischer Stelle verbirgt sich gelebte Nächstenliebe:

Die Flugzeugtüren öffnen sich und die klimatisierte Kühle muss der feuchten, tropischen Luft weichen. Eine 26-stündige Reise liegt hinter den Friedrichshafenern, doch sie sind noch nicht am Ziel. Sie haben kaum Augen für die kolumbianische Hafenstadt Cartagena, die im spanischen Kleid Touristen aus aller Welt anlockt und Geschichten vergangener Tage erzählt. Erst gilt es noch, eine halbstündige Bootsfahrt nach Isla de Tierrabomba zu überstehen. Auf dieser Insel liegt Boca Chica, ein kleines Dorf, das nichts mit der pompösen Schönheit von Cartagena gemein hat. Hier leben die Nachkommen ehemaliger afrikanischer Sklaven in primitivsten Verhältnissen.

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