BMZ sperrt ganz Lateinamerika für weltwärts-Freiwillige

Berliner Echo, 1. April 2011

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat mit sofortiger Wirkung die Ausreisen von weltwärts-Freiwilligen nach ganz Lateinamerika untersagt. Hintergrund sind Erkenntnisse aus den laufenden Evaluierungsaktivitäten der vom BMZ beauftragten Firma Bamrøll Management Consulting in Bolivien und Costa Rica. Demnach gibt es Anzeichen, dass Freiwillige nicht gemäß der weltwärts-Richtlinie eingesetzt werden. Diese schreibt vor, dass weltwärts-Freiwillige in entwicklungswichtigen Projekten der Partnerorganisation (…) einen entwicklungspolitischen Mehrwert für die Partnerprojekte
im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe zu erzielen. Freiwillige hingegen berichten, dass Sie für andere Tätigkeiten missbraucht würden. So geht aus dem uns vorliegenden vertraulichen Bericht hervor, dass weltwärts-Freiwillige in den Silberminen von Potosí im bolivianischen Hochland als Bergarbeiter tätig waren. Andere wiederum mussten Ponchos aus Schildkrötenwolle häkeln, die dann nach China exportiert wurden. Aus San José in Costa Rica wurden Fälle berichtet, nach denen ein weltwärts-Freiwilliger im Freizeitpark Parque Diversiones täglich 13 Stunden in einer Geisterbahn als Kingkong verkleidet die Parkbesucher erschreckte.
Das BMZ befürchtet offensichtlich, dass es sich dabei nicht nur um Einzelfälle handelt, sondern dass System dahinter steckt. Der entwicklungspolitische Sinn des weltwärts-Freiwilligendienstes steht bei uns an erster Stelle, so BMZ-Sprecher Wolf Teltemeier. Wir haben Grund zu der Annahme, dass dies in Lateinamerika momentan so nicht gegeben ist.
Das BMZ habe eine Unteruchungskommission mit der Klärung der Vorwürfe beauftragt.
Bis zur endgültigen Klärung wird kein weltwärts-Freiwilliger mehr nach Lateinamerika einreisen, ist sich Teltemeier sicher. Ob und wann Lateinamerika für Freiwillige wieder geöffnet wird, steht derzeit in den Sternen. Aus dem Umfeld des weltwärts-Sekretariats war zu hören, dass den Freiwilligen Plätze in anderen Ländern angeboten werden sollen. Man stünde in sehr aussichtsreichen Verhandlungen mit der Ukraine. Angeblich hat die ukrainische Regierung einer deutschen BMZ-Delegation angeboten, die Freiwilligen bei der Fertigstellung des schleppenden Baus der Stadien für die Fußball-EM 2012 einzusetzen. Alternativ könnte den verhinderten weltwärts-Freiwilligen auch Praktikumsplätze im BMZ Bonn angeboten werden, so der Sprecher abschließend.

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weltwärts statt rückwärts

Pressemitteilung von grenzenlos e.V., Nica Netz, BolivienNetz, Color esperanza

Anlässlich des Pressegesprächs des Bonner Aufrufs Schluss mit weltwärts! erklären grenzenlos e.V., Vereinigung internationaler Freiwilliger, NicaNetz e.V. Freiwilligen-Netzwerk, BolivienNetz e.V. und Color Esperanza e.V.:
Die angekündigten Kritikpunkte entbehren jeglicher Grundlage und sind sachlich falsch. Es sieht verdächtig danach aus, dass auf Kosten eines entwicklungspolitischen Lern-, nicht Fachdienstes ausschließlich die allgemeine Kritik des Bonner Aufrufs an der deutschen Entwicklungspolitik erneut in die Öffentlichkeit gerückt werden soll. Wie ernst ist es den Beteiligten damit, sich fundiert inhaltlich mit dem Thema auseinanderzusetzen?
Denn hartnäckig wird Unverständnis für die Ziele von weltwärts gezeigt. Offensichtlich passen diese zu wenig in das altbackene Raster der Entwicklungspolitik. Denn der Erfolg entwicklungspolitischer Freiwilligendienste wird eben nicht in gebauten Brunnen, Schulen oder Brücken gemessen.

Erklärung zu Schluss mit weltwärts.pdf

Einladung zur Fachtagung “Chancen und Risiken des Web 2.0 für internationale Freiwilligendienste”, grenzenlos e.V.

Web 2.0: Das Mitmach-Internet wird auch in internationalen Freiwilligendiensten immer präsenter:
Freiwillige schreiben Blogs, in denen sie über ihr Arbeiten und Leben im Ausland berichten. Entsendeorganisationen betreiben Online-Spendenakquise. Freiwillige vernetzen sich in sozialen Netzwerken wie Facebook oder der Freiwilligen-Community volunity.net. Entsendeorganisationen können von ehemaligen Freiwilligen bewertet werden und die Ergebnisse zur Qualitätsentwicklung nutzen. Die Anwendungsmöglichkeiten des Web 2.0 sind auch in internationalen Freiwilligendiensten vielfältig und manchmal kontrovers. Experten aus Praxis und Wissenschaft gehen der Frage nach, welche Chancen diese Entwicklungen bieten, beleuchten aber auch die damit verbundenen Risiken des Web 2.0. Zudem werden konkrete Anwendungsmöglichkeiten vorgestellt, die sich an Entsendeorganisationen und/oder Freiwillige richten. Demnach ist der Fachtag sowohl adressiert an Vertreter von Entsendeorganisationen als auch an interessierte ehemalige Freiwillige. Erstmals wird das Bewertungsportal MeinFreiwilligendienst.de einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Das Programm sieht außerdem Austausch- und Diskussionsmöglichkeiten über Sinn und Unsinn von 2.0 in internationalen Freiwilligendiensten vor. Der Fachtag findet statt im Umfeld der Rückkehrerkonferenz undjetzt?!. Wir freuen uns auf Ihre/Deine Teilnahme!

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Mit dem Tatendrang allein gelassen

Welt-Sichten, September 2009, Johannes Schradi

Mehrere Monate, häufig ein Jahr und länger waren die meisten der rund 150 jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Entwicklungsländern gewesen. Für viele war die Rückkehr ein Kulturschock, sagt Benjamin Hohlmann vom Netzwerk Idem, das zusammen mit dem Freiwilligenforum grenzenlos e.V. die Konferenz organisiert hat. Sie haben hautnah erlebt, dass es existenziellere Sorgen gibt als die Frage, ob der Krankenkassenbeitrag ein halbes Prozent hoch oder runter geht und auch im Winter jederzeit Erdbeeren verfügbar sind. Der Wunsch sei groß, diese Erfahrungen in den eigenen weiteren Werdegang einzubauen. Nur wie das geschehen kann, da gebe es viele Fragen.
Das Thema hat an Dringlichkeit gewonnen, seit das Entwicklungsministerium (BMZ) 2008 sein Freiwilligenprogramm weltwärts gestartet hat. Das Programm ist stark gefragt. Einige tausend junge Leute sind bereits unterwegs. Bis zu 10.000 Freiwillige im Alter von 18 bis 28 Jahren sollen künftig jährlich mit Hilfe ausgewählter Entsendeorganisationen und dem staatlichen Deutschen Entwicklungsdienst (DED) die Realität in den Entwicklungsländern und -projekten kennenlernen können. Sie alle kommen mit diesen Fragen und Wünschen zurück. Die zweite große Rückkehrerflut rollt schon, hieß es im Potsdamer Konferenz-Camp mit einem gewissen Unbehagen. Das Programm versuchte, Orientierung und Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.

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Und Jetzt? Ganz einfach: Jetzt erst recht!

Politik Orange, 4. August 2009

Wer ein Jahr Freiwilligendienst im Ausland hinter sich hat, der kehrt nicht nur mit einem Stapel dreckiger Wäsche im Gepäck wieder, sondern vor allem mit ganz vielen, ganz neuen, ganz anderen Eindrücken. Doch wohin damit?

Daheimgebliebenen von ferner Exotik vorschwärmen? Wenig Chance auf Erfolg. Wer sich seit einem Jahr durch den Bachelor quält, kann die Abenteuer eines Auslandsjahres wahrscheinlich wenig nachvollziehen. Denn Erlebnisse muss man vor allem erst einmal erleben, um darüber sprechen zu können.

Genau so ein gesuchtes Sprachrohr will die Rückkeherekonferenz Und Jetzt? auch sein. Teilnehmer Bernd, der als Freiwilliger in Boliwien war, erhofft sich viel von dem Treffen. Mir ist es wichtig, dass mein Leben jetzt nicht einfach wieder auf die normale Schiene rutscht. Ich will von den Erfahrungen, die ich gemacht habe, etwas an andere weitergeben, selbst etwas behalten. Ich wünsche mir auch eine Orientierungshilfe, wie es in Zukunft weitergehen könnte. Die Veranstaltung gefalle ihm sehr gut, weil er viel Input bekomme, aber auch und gerade wegen der Leute, die er treffe, mit denen er seine Erfahrungen teilen könne. Jeder von uns wird hier viel mitnehmen. Ich finde vor allem die Intensität der Veranstaltung unglaublich stark, dadurch, dass wir ca 150 Teilnehmerzahl haben, hat man die Chance, sich besser kennen zu lernen.

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Von Freiwilligen für Freiwillige – die undjetzt?!-Konferenz 2009

openPR, 3. Juni 2009

Der Startschuss für die undjetzt?!-Konferenz ist gefallen. Sie ist die erste Konferenz, die sich an Rückkehrerinnen und Rückkehrer entwicklungspolitischer Freiwilligendienste richtet, die sich über ihren Freiwilligendienst hinaus zivilgesellschaftlich engagieren wollen. Die Konferenz findet vom 03. bis 08. August mit bis zu 250 Teilnehmern in Potsdam statt. Ein Team junger Freiwilliger organisiert die Konferenz mit dem Ziel, RückkehrerInnen aus den so genannten Entwicklungsländern zu vernetzen, um sie in ihren eigenen Initiativen und Projekten professionell zu unterstützen.

Das Freiwilligen-Netzwerk Nicaragua www.nicanetz.de ist eine solche kleine bereits aktive Initiative. Vergleichbare Gruppen aus jungen Rückkehrerinnen und Rückkehrern, die sich nach ihrem Freiwilligendienst langfristig für das Land oder ein spezielles Thema einsetzen und dabei ihre Erfahrungen aus vielen Monaten Engagement gezielt mit einbringen, sollen sich auf der Konferenz finden.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert das Projekt, um über entwicklungspolitische Freiwilligendienste zivilgesellschaftliche Strukturen in den Entwicklungsländern und auch in Deutschland zu stärken.

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Von Freiwilligen für Freiwillige – die undjetzt?!-Konferenz 2009

Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe, 3. Juni 2006

Der Startschuss für die undjetzt?!-Konferenz ist gefallen. Sie ist die erste Konferenz, die sich an Rückkehrerinnen und Rückkehrer entwicklungspolitischer Freiwilligendienste richtet, die sich über ihren Freiwilligendienst hinaus zivilgesellschaftlich engagieren wollen. Die Konferenz findet vom 03. bis 08. August mit bis zu 250 Teilnehmern in Potsdam statt. Ein Team junger Freiwilliger organisiert die Konferenz mit dem Ziel, RückkehrerInnen aus den so genannten Entwicklungsländern zu vernetzen, um sie in ihren eigenen Initiativen und Projekten professionell zu unterstützen.

Das Freiwilligen-Netzwerk Nicaragua www.nicanetz.de ist eine solche kleine bereits aktive Initiative. Vergleichbare Gruppen aus jungen Rückkehrerinnen und Rückkehrern, die sich nach ihrem Freiwilligendienst langfristig für das Land oder ein spezielles Thema einsetzen und dabei ihre Erfahrungen aus vielen Monaten Engagement gezielt mit einbringen, sollen sich auf der Konferenz finden.

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Bundesregierung ordnet Freiwilligendienste neu: weltwärts und kulturweit fusionieren – neuer Freiwilligendienst bildungsfern-weh des BMBF

Berliner Echo, 1. April 2009

Das Bundeskabinett hat am Dienstag eine Neuordnung der internationalen Freiwilligendienste beschlossen. Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst weltwärts des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Freiwilligendienst kulturweit des Auswärtigen Amts (AA) fusionieren und firmieren zukünftig unter der Bezeichnung weltkultur-wärtsweit. Darüber hinaus kündigte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Einführung eines neuen Freiwilligendienstes bildungsfern-weh an. Wir sind froh, dass wir mit bildungsfern-weh ein ergänzendes Angebot schaffen, das sich insbesondere an benachteiligte Jugendliche richtet, so Regierungssprecher Wilhelm Ullrich. Und ergänzt nach einer Kunstpause augenzwinkernd: Diesmal aber wirklich! Schließlich hätten soziometrische Übungen an 17 Brandenburger Hauptschulen ergeben, dass 85 % der Schüler nicht einmal wüssten, wie man Freiwilligendienst überhaupt schreibt. Andere Ministerien planen nach Auskunft des Sprechers keine eigenen Freiwilligendienste. Der Vorrat der Bundesregierung an Adverbsuffixen zur zielgruppengerechten Bezeichnung von Freiwilligendiensten ist mit der Einführung von bildungsfern-weh erschöpft, begründete der Sprecher die Zurückhaltung weiterer Ressorts.
Der fusionierte Dienst weltkultur-wärtsweit wird zukünftig im neu gegründeten Bundesamt für Freiwilligendienste politisch gesteuert und verwaltet. Zum Präsidenten der neuen Behörde wurde Dr. Markus Sprenkel berufen, vormals Referatsleiter im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Dr. Sprenkel ist es auf hervorragende Weise gelungen, die internationalen Freiwilligendienste in ihrem ursprünglichen Kernressort in die politische Bedeutungslosigkeit zu manövrieren. Damit bringt er die besten Voraussetzungen für seine neue Aufgabe mit, beglückwünschte ihn ein anonymer Lobbyist. Stellvertretender Leiter des neu geschaffenen Bundesamts wird Rodrigo Belmondo-Ramirez, dessen Herkunft aus dem BMZ er auch bei seiner neuen Aufgabe nicht verschleiern möchte: Ich werde Dr. Sprenkel nach dem bewährten Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe in allen relevanten Fragen unbürokratisch unterstützen und damit einen freiwilligendienstpolitischen Mehrwert erzeugen, der sich gewaschen hat, sagte der Vollblutspanier euphorisch in einer ersten Stellungnahme.

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volunity united

Volunity.net, 15. Mai 2008

Eine Community von Freiwilligen für Freiwillige das ist die volunity. Hinter dem Projekt steht jetzt ein Team aus 14 ehemaligen Freiwilligen ganz verschiedener Organisationen: von AFS, den Freunden der Erziehungskunst, grenzenlos, NicaNetz, weltwärts4u, Zuhause Weltweit und der Weltweiten Initiative soziales Engagement.

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Jugendfreiwilligendienste FSJ und FÖJ nichts als schöne Erinnerungen!?

grenzenlos e.V., 5. März 2008

In der aktuell vorliegenden Gesetzesänderung zu Jugendfreiwilligendiensten lässt die Bundesregierung ein Gesamtkonzept vermissen und behandelt die seit langem bekannten rechtlichen Problematiken einmal mehr nicht. Trotz der Erwähnung des wichtigen Bildungsaspektes eines Jugendfreiwilligendienstes, wird darüber hinaus eine adäquate Anerkennung des Engagements der Freiwilligen unterlassen. Der Bundestag berät am Donnerstag, 06. März, den Entwurf eines Gesetzes zur Förderung von Jugendfreiwilligendiensten.

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