“Habe gelernt zu vertrauen”
Sportschau.de, 26. Juni 2010, Olaf Jansen
“So, kommt mal alle zusammen” laut hallt Torben Hainbuchs Stimme über die bucklige Rasenfläche in Soweto. Und tatsächlich rasch laufen mindestens zwei Dutzend Kinder zu ihm, die Augen vor Erwartung weit aufgerissen. Diesmal sollen die Kids nur mit aufs Foto des Reporters, aber man spürt gleich: Die Kleinen haben sich offenbar daran gewöhnt, auf diesen großen Deutschen zu hören. “Ich habe vielleicht mit meiner Beharrlichkeit geschafft, dass sie nicht alles blöd finden, was ich so sage”, sagt der 21-Jährige bescheiden.
Torben Hainbuch leistet seit nunmehr zehn Monaten Zivildienst im Township Soweto. Besser gesagt: Auf einer kleinen Straße in Orlando-West, einem von rund 30 Stadtteilen dieses riesigen Townships am Rande Johannesburgs, wo schätzungsweise um die vier Millionen Menschen leben. “Ich wollte unbedingt ein Jahr im Ausland verbringen, der Ersatzdienst für die Bundeswehr schien mir dafür geeignet”, erklärt der große dunkelhaarige Mann mit der Wollmütze auf dem Kopf. Er wurde auf eine Organisation aufmerksam, die normalerweise junge Deutsche als Hilfskräfte in Altersheime in die USA vermittelt, diesmal aber eben das Projekt in Soweto im Angebot hatte: “Sportliche Kinderbetreuung nach der Schule”.

