“Habe gelernt zu vertrauen”

Sportschau.de, 26. Juni 2010, Olaf Jansen

“So, kommt mal alle zusammen” laut hallt Torben Hainbuchs Stimme über die bucklige Rasenfläche in Soweto. Und tatsächlich rasch laufen mindestens zwei Dutzend Kinder zu ihm, die Augen vor Erwartung weit aufgerissen. Diesmal sollen die Kids nur mit aufs Foto des Reporters, aber man spürt gleich: Die Kleinen haben sich offenbar daran gewöhnt, auf diesen großen Deutschen zu hören. “Ich habe vielleicht mit meiner Beharrlichkeit geschafft, dass sie nicht alles blöd finden, was ich so sage”, sagt der 21-Jährige bescheiden.

Torben Hainbuch leistet seit nunmehr zehn Monaten Zivildienst im Township Soweto. Besser gesagt: Auf einer kleinen Straße in Orlando-West, einem von rund 30 Stadtteilen dieses riesigen Townships am Rande Johannesburgs, wo schätzungsweise um die vier Millionen Menschen leben. “Ich wollte unbedingt ein Jahr im Ausland verbringen, der Ersatzdienst für die Bundeswehr schien mir dafür geeignet”, erklärt der große dunkelhaarige Mann mit der Wollmütze auf dem Kopf. Er wurde auf eine Organisation aufmerksam, die normalerweise junge Deutsche als Hilfskräfte in Altersheime in die USA vermittelt, diesmal aber eben das Projekt in Soweto im Angebot hatte: “Sportliche Kinderbetreuung nach der Schule”.

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Buenos dias Pampa

Stuttgarter Zeitung, 16. Juni 2009, Kai Behrmann

Er hat die Rems gegen den Rio de la Plata eingetauscht. Stephan Liebscher aus Waiblingen macht ein freiwilliges soziales Jahr in Argentinien und kümmert sich um die Slumkinder von Buenos Aires.Die Buben aus dem Armenviertel La Cava heben beim Einsteigen demonstrativ ihre Flaschen in die Höhe. Der 21-jährige Deutsche steht an der Schulbustür und kontrolliert seine Schützlinge. Wer beim Fußballtraining mitmachen will, muss drei Voraussetzungen erfüllen: “Ausreichend zu trinken dabeihaben, pünktlich sein und Sportkleidung tragen”, sagt Stephan Liebscher. Dass die Regeln nicht immer eingehalten werden, hat er schnell erkannt. Wenn ein Junge in Jeans erscheint, weil die Sporthose kaputt ist, drückt Liebscher ein Auge zu. “Vielen Eltern fehlt das Geld, um neue Kleider für ihre Kinder kaufen zu können”, sagt Liebscher.

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Kontrast zwischen Arm und Reich

Anstelle seines Zivildienstes absolviert der Waiblinger seit August 2008 ein freiwilliges soziales Jahr vor den Toren der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Der Kontrast zwischen Arm und Reich, der das Anfang des 20. Jahrhunderts noch zu den zehn wohlhabendsten Ländern der Welt zählende südamerikanische Land prägt, ist hier allgegenwärtig. Statt an gepflegten Einfamilienhäusern führt Liebschers täglicher Weg zur Arbeit an notdürftig zusammengezimmerten Wellblechhütten vorbei. Eine Kanalisation gibt es nicht. Die Abwasserbrühe fließt in Rinnsalen über den staubigen Boden.

Die 15.000 Bewohner von La Cava, einem der größten Slums in Argentinien, leben in unmittelbarer Nähe der Villen des Nobelvororts San Isidro. An den Zugangsstraßen stehen mit Gewehren und kugelsicheren Westen ausgestattete Polizisten und Soldaten. Im April versuchten die Bewohner von San Isidro, sich zusätzlich mit dem Bau einer Mauer vor Übergriffen ihrer notleidenden Nachbarn zu schützen. Das Projekt wurde mittlerweile von der Politik gestoppt.

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Vorwärts weltwärts

Vorwärts, 9. Mai 2009, Jan Lauer

Mein zweiter Monat in Südafrika und es gibt viel zu berichten: Es waren Wahlen, mein Basketballteam hat ein erstes Tunier gespielt, eine Schülerzeitung wird geplant, achja und der ganz normale Schulbetrieb ging auch weiter…

Also fangen wir mit der Politik an: Südafrika hat gewählt! Das Ganze war sehr spannend, obwohl natürlich klar war, dass der ANC mit seinem Kandidaten Jacob Zuma gewinnen wird. Sehr beeindruckend war, dass Nelson Mandela – mittlerweile 90 Jahre! – auf der großen Wahlveranstaltung des ANC in Johannesburg als special guest erschien.

Für mich – auch als Politikwissenschaftler – war besonders interessant zu sehen, wie das Wählen in einer jungen Demokratie ganz praktisch abläuft. Zunächst einmal ist hier der Fakt zu nennen, dass man nicht an einem Sonntag wählt, sondern an einem Wochentag, der dann aber frei ist. Das finde ich eigentlich sehr schön, weil der Wahl so eine besondere Bedeutung zu kommt. Ein wenig gewöhnungsbedürftig finde ich das Markieren des linken Fingers mit unabwaschbarer Tinte als Versicherung, dass jeder nur einmal wählt. Noch jetzt – zwei Wochen später – kann ich erkennen, wer wählen gegangen ist und wer nicht. Die südafrikanische Fast Food-Kette Wimpys hat dann auch im Fernsehen damit geworben, dass jeder der seinen ge-inkden Finger zeigt, einen Gratis Kaffee bekommt…

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Sport-Projekte in Indien

Indien Aktuell, 25. November 2008

Ungefähr die Hälfte der indischen Bevölkerung hat laut Angaben der Weltbank weniger als einen US-Dollar pro Tag zur Verfügung. Der tägliche Überlebenskampf steht hier an erster Stelle und Luxus-Beschäftigungen, wie sportliche Aktivitäten geraten verständlicherweise in den Hintergrund. Vielerorts fehlt es dazu noch an geeigneten Plätzen oder Angeboten und selbst Schulen haben häufig weder die Mittel noch das Personal, um Sport in den Unterrichtsalltag zu integrieren. Natürlich existiert auch hier bei den Kindern ein großes Bedürfnis ihrem natürlichen Bewegungsdrang nachzukommen und Energien abzulassen. Während in den wohlhabenden Ländern den sportlichen Aktivitäten ein sehr hoher Stellenwert als Ventil gegen Aggressionen, negativen gesellschaftlichen Einflüssen und als Stärkung des Selbstbewusstseins beigemessen wird, steht Indien in diesem Prozess noch am Anfang.

Um eine positive Entwicklung in dieser Richtung zu forcieren, bieten verschiedene Hilfsorganisationen einen Freiwilligendienst an, der es Interessierten ermöglicht Sportprojekte in Indien mit Rat und Tat zu unterstützen. Eine Ausbildung als Sportlehrer ist nicht erforderlich, aber fundierte Kenntnisse in einzelnen Sportarten sollten mitgebracht werden, um diese gemeinsam mit den Lehrern vor Ort an die Schüler weitergegeben zu können. Im Vordergrund stehen dabei immer der Spaß und die Freude an der Bewegung.

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Der Traum von Afrika

Ostthüringer Zeitung, 3. Juni 2008, Marius Koity Pößneck

Ihren Traum von Afrika pflegt Jana Antemann seit langem. Das verrät etwa eine Puzzle-Bild mit einem Savannen-Motiv, das sie vor einigen Jahren zusammengefügt hat. In wenigen Wochen erfüllt sich die 21-jährige Pößneckerin diesen Traum: Ab 1. September wird sie ein Jahr lang als Freiwillige in einem Waisenhaus in Kenia arbeiten. “Ich kann sie ja nicht anbinden”, sagt ihre Großmutter Brigitte Antemann, 72, scherzend.

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Neuigkeiten zum Generationsübergreifenden Freiwilligendienst

Deutsch Olympischer Sport Bund, 27. Februar 2008

Auch bei der Deutschen Sportjugend und ihren Mitgliedsorganisationen haben sich seit 2005 bereits mehrere hundert Menschen als GÜFlerinnen und GÜFler in der Kinder- und Jugendarbeit im Sport engagiert. Im Juni diesen Jahres wird das Programm auslaufen ob dem Sport die neue Engagementform erhalten bleiben kann, wird stark von den zukünftigen Maßnahmen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) abhängen, das den Dienst bislang finanziell unterstützt hat.

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Messen und Matches: 13 Monate in Mexiko

NÖN, 27. Februar 2008

Fast dreizehn Monate verbrachte Martin Weißkircher, 23, für die Organisation Jugend Eine Welt (die mit den Salesianern zusammenarbeitet) in der mexikanischen Stadt Tijuana, nahe San Diego (an der Grenze zu den USA). Der Fugnitzer leistete dort Zivildienst.

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Ein neuer Fußballplatz für die Jugendlichen in Argentinien

Augsburger Allgemeine, 30. Oktober 2007

“In der ersten Nacht sind mir schon die Tränen gekommen”, erklärt Simon Peinlich. Wem wäre es nicht so ergangen, aus der heilen Welt des Landkreises Dillingen gerissen und gelandet mitten im Armenviertel der nordargentinischen Stadt Fernandez, in einem vollbelegten Zehnbettzimmer. Eine spärliche Unterkunft, “jedes Bett ein Eisengestell mit Matratze drauf”. Die frische Bettwäsche zuhause wird durch den Schlafsack ersetzt. “Es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte”, sagt Simon jetzt. Die anfänglichen Anflüge von Heimweh seien schnell vergessen gewesen. Fast ein Jahr verbrachte er als Zivi in Argentinien und den angrenzenden Ländern.

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Europäische Freiwillige berichten im Radio und Internet

Presseportal NewsAktuell, 13. Juni 2006

www.youthreporter.de startet die Aktion
“Youthreporter-Live-Schalte durch WM-Europa”. Jugendliche, die einen
Europäischen Freiwilligendienst (EFD) leisten, werden aus
verschiedenen Städten in Europa über die Stimmung der Fans im Radio
berichten.

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