Grevenbroich hilft Äthiopien

Neuß-Grevenbroicher Zeitung online, 13. April 2010, Wiljo Piel

Im vergangenen Jahr machte er sein Abitur am Pascal-Gymnasium, heute ist er selbst so etwas wie ein Lehrer: Arne Sell. In der Hauptstadt Addis Abeba – 8000 Kilometer von Grevenbroich entfernt – unterrichtet er äthiopische Schüler im Tennisspiel. Der 19-Jährige leistet in einem der ärmsten Länder der Welt sein praktisch-soziales Jahr ab, er arbeitet im Auftrag der deutschen Botschaftsschule.

Sells Eindruck vom Schulleben in Äthiopien: Alles ist anders als in Deutschland. “Dinge, die in unseren Schulen schon fast zur Standardausrüstung gehören, gibt es dort nicht – Computer, Beamer oder Whiteboard sind undenkbar”, erzählt er. Noch schlimmer: “Den Lehrern fehlt die Ausbildung. Sie stehen mit dem Buch vor den 60-köpfigen Klassen und predigen das Auswendiglernen von nie verstandenen Formeln.”

weiter…

Ausbau der Jugendfreiwilligendienste

Antwort der Bundesregierung auf die kleine Anfrage der SPD zum Ausbau der Jugendfreiwilligendienste, 1. März 2010

Jugendfreiwilligendienste sind eine besondere Form des bürgerschaftlichen Engagements und verbessern die Bildungsfähigkeit der Jugendlichen. Im Übergang zwischen Jugend- und Erwachsenenphase eröffnen sie jungen Men- schen die Chance persönlicher und beruflicher Orientierung. Jugendfreiwilli- gendienste ermöglichen neue Lernerfahrungen, vermitteln wichtige fachliche, soziale und interkulturelle Fähigkeiten. Sie stärken Selbständigkeit, Selbstbe- wusstsein sowie Verantwortungsbewusstsein. Durch die Verknüpfung von in- formeller Bildung und der Übernahme konkreter gesellschaftlicher und sozia- ler Verantwortung sind sie seit vielen Jahrzehnten wichtige Lernorte zwischen Schule und Beruf. Aus diesem Grund werden das Freiwillige Soziale Jahr und das Freiwillige Ökologische Jahr vom Staat gefördert und unterstützt.

weiter…
Antwort der Bundesregierung auf Kleine Anfrage der SPD_pdf

Kein Kindergeld für freiwilligen Dienst im Ausland

Dorstener Zeitung, 24. Juni 2009

Leistet ein Kind einen freiwilligen Hilfsdienst im Ausland, erhalten die Eltern unter Umständen in diesem Zeitraum kein Kindergeld. Das geht aus einem neuen Urteil des Bundesfinanzhofs in München hervor (Az.: III R 33/07).

Das trifft zu, wenn das Kind den Dienst nicht als pflichtgemäßen Ersatz für den Wehr- oder Zivildienst erbringt, sondern freiwillig, und es sich nicht um gesetzmäßig anerkannte Dienste handelt. In dem Fall klagte ein Vater auf Gewährung des Kindergeldes für den Zeitraum, in dem seine Tochter einen Einsatz für die «Aktion Sühnezeichen Friedensdienste» in Norwegen absolvierte.

Solche Dienste erfüllten nicht die gesetzlichen Voraussetzungen dafür, dass das Kindergeld in diesem Zeitraum gewährt wird, entschieden die Bundesrichter. Das sei nur beim Freiwilligen Sozialen Jahr, dem Freiwilligen Ökologischen Jahr und ähnlichen Einsätzen im Sinne des Zivildienstgesetzes der Fall.

weiter…

Kein Anspruch auf Kindergeld für nicht zum Zivildienst verpflichtete Kinder

kostenlose Urteile.de, 24. Juni 2009

“Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.” gehört nicht zu den im Einkommensteuergesetz aufgezählten Freiwilligendienst, die den Bezug von Kindergeld rechtfertigen

Eltern steht für den Zeitraum, in dem ihr Kind einen durch die “Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.” organisierten Dienst in Norwegen leistete, kein Kindergeld zu. Dies hat der Bundesfinanzhof entschieden.

weiter…

Afrika-Hilfe umsonst

Berliner Zeitung, 19. März 2009, Frank Nordhausen

Das Kaufhaus im Berliner Osten ist ein wenig heruntergekommen, aber beliebt. “Humana – First Class Second-Hand-Markt auf 4 Etagen”, steht in großen Buchstaben an der bröckelnden Fassade am Frankfurter Tor. Die T-Shirts, Sakkos und Kleider sind dritte Wahl, dafür aber billig. “Außerdem hat man das Gefühl, etwas Gutes zu tun, wenn man hier einkauft”, sagt Mauricio Santamaría. Im Treppenhaus hängen Fotos mit schwarzen Schulkindern aus Mosambik und Sambia, sodass viele Kunden glauben, Humana sei alternative Entwicklungshilfe.

Das hat auch Mauricio Santamaría einmal gedacht. Der 28-jährige Ingenieur, der aus Kolumbien stammt und seit fünf Jahren Deutscher ist, hat anderthalb Jahre für Humana gearbeitet, freiwillig, um sich den Traum von Entwicklungshilfe in Afrika zu erfüllen. Am Ende hatte er das Gefühl, ausgenutzt und in eine Organisation hineingezogen zu werden, die sein ganzes Leben kontrollieren wollte. “Humana wirbt mit scheinbarer Wohltätigkeit junge Leute an”, sagt er. “Und dann kam es mir wie bei einer Sekte vor.”

weiter…

Urteilsbegründung

Bundesfinanzhof, Entscheidungsdatum 18. März 2009

1. Kinder, die einen Freiwilligendienst leisten, werden steuerrechtlich nur berücksichtigt, wenn der Dienst die Voraussetzungen des § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. d EStG in Verbindung mit der jeweiligen Verweisungsnorm erfüllt. Die Vorschrift ist nicht analog auf andere freiwillige soziale Dienste anwendbar.

2. Dienste i.S. des § 14b ZDG sind Dienste im Ausland, die das friedliche Zusammenleben der Völker fördern, von einem nach § 14b Abs. 3 ZDG anerkannten Träger durchgeführt werden und von einem anerkannten Kriegsdienstverweigerer unentgeltlich anstelle des Zivildienstes geleistet werden. Es verstößt nicht gegen Art. 3 GG, dass andere Kinder, die einen vergleichbaren Friedensdienst im Ausland erbringen, nicht berücksichtigt werden.

EStG § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. d
GG Art. 3
ZDG § 14b

Urteil vom 18. März 2009 III R 33/07

weiter…

Ein Leben zwischen Drogenkrieg und Karneval

Garmisch-Pratenkirchener Tageblatt, 16. Juni 2008

Garmisch-Partenkirchen/Belo Horizonte – Für ein halbes Jahr gab Monica Lunglhofer ihr komfortables Leben auf, um in einem brasilianischen Slum zu unterrichten. Dort fand sie ihre Berufung und die große Liebe.
Die ersten drei Monate, die Monica Lunglhofer in Brasilien verbrachte, waren allerdings ,,sehr sehr sehr schlimm”, wie die 20-Jährige sagt. Die ärmlichen Verhältnisse, der dort herrschende Krieg der Drogenkartelle und Sprachprobleme machten der Garmisch-Partenkirchnerin schwer zu schaffen.

weiter…

Zwei Missionarinnen

Neue Westfälische, 14. Juni 2008

Fremder Kontinent, fremdes Land, fremde Kultur und fremde Menschen. Auf diese Herausforderung lassen sich ab Juli zwei Löhnerinnen ein. Claudia Sallmann und Anja Tillmann werden sich für ein Jahr in Bolivien als “Missionare auf Zeit” sozial engagieren.

Weiter…

Abiturient geht als Missionar nach Ghana

Braunschweiger Zeitung, 12. Juni 2008

Viele Abiturienten nutzen die Pause zwischen Schule und Uni zum Abhängen, Ausprobieren, Angucken. Nach der Kür, der entscheidenden Prüfung des jungen Lebens, kommt das Auslaufen. Nach der Anspannung, die Entspannung. Für Baptist Piest endet diese Zeit im September. Dann geht er auf Mission – nach Ghana, Afrika.

Weiter…

volunity united

Volunity.net, 15. Mai 2008

Eine Community von Freiwilligen für Freiwillige – das ist die volunity. Hinter dem Projekt steht jetzt ein Team aus 14 ehemaligen Freiwilligen ganz verschiedener Organisationen: von AFS, den Freunden der Erziehungskunst, grenzenlos, NicaNetz, weltwärts4u, Zuhause Weltweit und der Weltweiten Initiative soziales Engagement.

Weiter…