Kibbuzeinsatz mit Langzeitwirkung

Magazin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft 1/2010, Dirk Niebel

Schon als Schüler war ich von Israel fasziniert. Ich hatte viel gelesen, belletristische Bücher mit historischem Hintergrund von Leon Uris und die Satiren von Ephraim Kishon, aber auch Bücher über die alte Geschichte der Juden, den Unabhängigkeitskrieg und die Staatsgründung nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Kibbuz wurde als landwirtschaftliche Siedlung mit einer Selbstverwaltung nach demokratischen Prinzipien beschrieben. Später erweiterte sich das Profil der Kibbuzim um Industrie und Dienstleistungen. Vieles gehört der Gemeinschaft und die Mitglieder werden von der Gemeinschaft versorgt. Jeder soll nach seinen Fähigkeiten arbeiten und Verantwortung übernehmen. Das hat mich interessiert. Die Kibbuzmitglieder haben einen großen Beitrag zur Entwicklung Israels als Staat geleistet.

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Aus dem täglichen Blues raus

rhein-berg online, 14. April 2010

Es kommt mir vor, als wäre es erst wenige Wochen her, dass ich meine Bachelorarbeit zum Prüfungsamt brachte – stolz wie Oskar mit dem Abschluss in der Tasche. Zwischen meinen Kommilitonen und mir gab es in der Zeit viele der üblichen „Was-wohl-aus-uns-allen-werden-wird-Gespräche“ und Fantasien darüber, wo wir uns wohl in einem Jahr um diese Zeit rumtreiben würden. Da ich sowieso grade erst innerhalb Kölns umgezogen und mit dem Masterangebot meiner Uni zufrieden war, dachte ich, dass mein Weg für die nächsten zwei Jahre ohnehin langweilig feststehen würde.
Aber es kommt ja immer anders, als man denkt. Was passiert ist? Irgendwann, als sich der Studentenalltag wieder voll in mein Leben eingeschlichen hatte, hörte ich zufällig von dem neuen internationalen Freiwilligendienst „kulturweit“, der ausgewählte Bewerber ins Ausland schickt. Der Freiwilligendienst basiert auf dem „Freiwilligen Sozialen Jahr“ (FSJ) für wahlweise sechs oder zwölf Monate und bietet die Gelegenheit, sich im Ausland für Kultur- und Bildungspolitik zu engagieren. Zudem werden den Teilnehmern Begegnungen mit fremden Kulturen und Menschen ermöglicht. Da sich dieses Programm nicht nur mit meiner Reiseaffinität deckt, sondern auch mit den Inhalten meines kulturwissenschaftlichen Studiums, war ich von „kulturweit“ begeistert.

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Grevenbroich hilft Äthiopien

Neuß-Grevenbroicher Zeitung online, 13. April 2010, Wiljo Piel

Im vergangenen Jahr machte er sein Abitur am Pascal-Gymnasium, heute ist er selbst so etwas wie ein Lehrer: Arne Sell. In der Hauptstadt Addis Abeba – 8000 Kilometer von Grevenbroich entfernt – unterrichtet er äthiopische Schüler im Tennisspiel. Der 19-Jährige leistet in einem der ärmsten Länder der Welt sein praktisch-soziales Jahr ab, er arbeitet im Auftrag der deutschen Botschaftsschule.

Sells Eindruck vom Schulleben in Äthiopien: Alles ist anders als in Deutschland. “Dinge, die in unseren Schulen schon fast zur Standardausrüstung gehören, gibt es dort nicht – Computer, Beamer oder Whiteboard sind undenkbar”, erzählt er. Noch schlimmer: “Den Lehrern fehlt die Ausbildung. Sie stehen mit dem Buch vor den 60-köpfigen Klassen und predigen das Auswendiglernen von nie verstandenen Formeln.”

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Würzburger als Missionar auf Zeit: Zuneigung macht glücklich

Main Post, 11. Februar 2010

Missionare auf Zeit tragen keine langen Bärte, sie sind jung, engagiert, haben eine abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung und teilen ihr Leben für rund ein Jahr mit den Armen der Welt. Unter ihnen ist der Würzburger Peter Maximilian Csef. „Warum ich mitmache? Ganz einfach, ich möchte meine Solidarität mit benachteiligten Menschen unter Beweis stellen“, betont Csef, der seit August 2009 auf den Philippinen tätig ist.

Peter Maximilian Csef, der in zwei Monaten 21 wird, ist ein waschechter Würzburger: Hier wurde er geboren, evangelisch getauft, hier ging er in den Kindergarten, in die Grundschule und machte am Riemenschneider-Gymnasium sein Abitur.

Missionare auf Zeit gibt es seit 25 Jahren. Mädchen und Jungen haben dabei die Möglichkeit, sich an Projekten der Orden und Gemeinschaften in armen Ländern dieser Welt zu beteiligen. Grundlage dafür ist das moderne Missionsverständnis der katholischen Kirche. Im Mittelpunkt der Mission steht heute der Mensch. Es geht um eine Weitergabe des Glaubens über das gelebte Beispiel.

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Zai Jian Wehr, Ni Hao China

Badische Zeitung, 15. Dezember 2009

Wenn Jakob Knauf “Ni Hao” sagt, hört es sich schon ziemlich Chinesisch an. Kein Wunder, er hat schon vor dreieinhalb Jahren angefangen, Mandarin – eine Art Hoch-Chinesisch – zu lernen. Daher weiß er auch, dass es zwar wie “Hallo” oder “Guten Tag” gebraucht wird, aber eigentlich “Du gut” heißt. Das ist aber nicht alles, was er für seinen China-Aufenthalt gelernt hat. In den nächsten sechs Monaten wird der 19-Jährige für die Wehrer ab und zu darüber aus Hangzhou in der BZ berichten.

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Was mache ich hier?

DIE ZEIT, 19. November 2009, Christina Schott

Ich dachte, ich komme an und kann gleich helfen.” Mit großen Erwartungen fuhr Camilla Kussl im Juli nach Indonesien: Für Weltwärts, den Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), wollte die Abiturientin aus dem Bodenseestädtchen Überlingen für ein halbes Jahr bei einer lokalen Gesundheitsorganisation in der zentraljavanischen Stadt Yogyakarta mitarbeiten.

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Morgens werden die Lehrer umarmt

Augsburger Allgemeine, 6. November 2009

„Wir lernten uns praktisch im Flugzeug kennen“, erzählten Hanna Offinger (Marktoffingen) und Miriam Elling (Gerlingen) bei einem Vortrag über ihre Erlebnisse während des zehnmonatigen Aufenthaltes bei den Sternenkindern in Los Angeles/Chile. Dort halfen sie in einer Schule für geistig behinderte Kinder und Jugendliche mit.In der gut gefüllten Gaststätte in Marktoffingen begrüßte der Vorsitzende des Vereins, Manfred Steger, zahlreiche Interessierte, darunter auch sehr viele junge Leute. Besonders freute er sich über den Besuch von Karl Wolf von der Diözese Augsburg, der für das Projekt „Weltwärts“ die Einsätze bei den Sternenkindern koordiniert und organisiert.

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Junge Menschen zieht es “weltwärts”

Badische Zeitung, 30. Oktober 2009

Während Gregor Merkle aus Hinterzarten und Sören Hildebrand aus Ettenheimmünster in der DRK-Landesgeschäftsstelle in Freiburg von ihren Erlebnissen erzählen, sind bereits 16 junge Leute auf der Reise zu einem Freiwilligendienst in Mexiko. Die Erfahrungen der beiden jungen Männer in Indonesien habe das Rote Kreuz bestärkt, in das “Weltwärts”-Projekt in größerem Rahmen einzusteigen, sagt die Landesgeschäftsführerin Birgit Wiloth-Sacherer.

Die Nachfrage nach dem Freiwilligen sozialen Jahr in Entwicklungsländern übersteigt derzeit die Zahl der Einsatzplätze bei weitem. Und für viele junge Menschen ist die notwendige Kostenbeteiligung eine hohe Hürde. Daher hat das Entwicklungshilfeministerium das Förderprogramm “weltwärts” ins Leben gerufen.

Mit einem jährlichen mittelfristigen Finanzvolumen von 70 Millionen Euro werden jährlich bis zu 10 000 Einsatzplätze ermöglicht. Diese finden sich in sozialen Einrichtungen, in Landwirtschafts- und Umweltprojekten oder in Bildungseinrichtungen. Für die Teilnehmer entstehen keine Kosten, sie erhalten sogar ein monatliches Taschengeld.

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Als “Wächter des Wassers” im Einsatz

Vlothoer Anzeiger, 28. Oktober 2009, Kristine Nolting

Als Fachkraft eines Wasserschutzfonds beteiligt er sich an einem Umwelterziehungsprogramm für Kinder. “Ein derartiger Einsatz erschien mir einfach viel sinnvoller, interessanter und spannender”, erklärt Fabian per Mail im VA-Interview.

Finanzielle Unterstützung bot dem engagierten Jugendlichen das staatlich geförderte Programm “weltwärts”. Hier hatte er Auswahl zwischen zahlreichen Entsendeorganisationen mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten. “Meine Wahl fiel letztendlich auf den Deutschen Entwicklungsdienst, weil mich der nicht-kommerzielle Charakter sowie die große Auswahl an Projekten überzeugte”, erinnert sich der Vlothoer.

Nach erfolgreicher Bewerbung und Einführung in die zukünftige Arbeit konnte es losgehen. Einen Kulturschock erlitt der 19-Jährige kaum, da er bereits durch Kontakte und Reisen nach Mexiko einen Eindruck der lateinamerikanischen Lebensweise erlangt hatte. “Ich wusste mehr oder weniger, was mich erwarten würde und freute mich daher viel mehr darauf, alles noch intensiver erleben zu können.”

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Tobias Lösche will in der Vergangenheit graben

Deutsche Welle, 9. Oktober 2009, Stefanie Markert

Tobias Lösche zeigt Flagge: “Kulturweit. Der Freiwilligendienst des Auswärtigen Amtes” steht auf seinem weißen T-Shirt. Der junge Magdeburger gehört zu den ersten 200 Freiwilligen des Projekts. “Ich bin 19 Jahre alt und habe gerade in Magdeburg am Norbertus-Gymnasium Abitur gemacht. Jetzt arbeite ich im Rahmen dieses Projekts ein halbes Jahr beim Deutschen Archäologischen Institut in Syrien.”

Das Tausendundeine Nacht-Gefühl

Sechs Monate Damaskus. Tobias hat sich seinen Einsatzort bewusst ausgesucht. Für die arabische Kultur hegt der Abiturient schon lange ein Faible, so ein Tausendundeine-Nacht-Gefühl. “Das Orientalische, Wüsten und so, hat mich schon immer fasziniert. Es hat etwas Geheimnisvolles, Entferntes”, findet er.
Tobias interessiert sich für das Spannungsfeld Islam – Christentum. Er stammt aus einer christlich geprägten Familie. Der berühmte Magdeburger Dom ist wie ein zweites Zuhause für ihn. Pünktlich zum 800-jährigen Jubiläum haben Restauratoren den Dom so heraus geputzt, dass man ihm sein Alter fast nicht mehr ansieht. Tobias schreitet durch den Dom und beschreibt dabei seine besondere Beziehung zu dem Gotteshaus: “Ich singe im Magdeburger Domchor und bin auch in der Jungen Gemeinde aktiv. Ich bin immer wieder gern im Dom. Es ist einfach eine einzigartige Atmosphäre hier.”

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