Volle Kanne-Freiwilligendienst im Ausland

“Volle Kanne” (ZDF), 16. Februar 2011

Robert Helm-Pleuger von Eurodesk Deutschland beantwortet Journalistenfragen zum Freiwilligendienst im Ausland. Viele Jugendliche spielen mit dem Gedanken, einen Freiwilligendienst im Ausland zu absolvieren. Schließlich verbessert ein solcher Dienst die sprachlichen und persönlichen Kompetenzen, erweitern den Horizont und letztlich engagiert man sich auch für eine gute Sache.

Doch um aus der Fülle der Informationen die richtigen herauszufiltern, die geeigneten und kompetenten Ansprechpartner für eine Beratung zu finden, die persönliche Finanzierung zu regeln, die eigenen Voraussetzungen dafür zu prüfen, rechtliche und natürlich auch persönliche Fragen zu klären – das alles ist nicht so einfach. Das ZDF hat im Rahmen der Reihe “Volle Kanne” die Möglichkeit eines Freiwilligendienstes im Ausland anhand eines persönlichen Erfahrungsberichtes aufgegriffen und anschließend Robert Helm-Pleuger von Eurodesk Deutschland bei IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland ausführlich dazu befragt – Fragen, die sich auch viele Jugendlichen stellen.
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Zehntausendster weltwärts-Freiwilliger

Magazin zur Entwicklungspolitik, Nr.92 11/2010

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel verabschiedete in Berlin den zehntausendsten “weltwärts”-Freiwilligen Christian Päßler. “weltwärts” ist ein Freiwilligenprogramm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). In erster Linie sei “weltwärts” ein Lernprogramm. “Es sensibilisiert die Jugendlichen für entwicklungspolitische Themen und liefert Erfahrungen fürs ganze Leben”, betont Niebel.

Die Welt verstehen – weltwärts gehen

Trinkwasser, täglich Brot oder der Bolzplatz nebenan oft wirft man jungen Menschen vor, dies alles nicht zu schätzen. Doch viele Jugendliche wissen über die Probleme in der Welt. Sie wissen aber auch, dass reden allein nicht viel bringt.

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Zwischen den Fronten

Frankfurter Rundschau, 15. November 2010

Der Soldat kommt aus dem dürren, braunen Gestrüpp. Er macht einen großen Schritt nach vorn und stellt sich Malte in den Weg: Dreh um. Hier gehts nicht lang! Malte Gölz kommt aus dem Tal, hundert Meter tiefer, wo die Olivenbäume wachsen. Er will nach Hause. Dreh um. Das ist zu gefährlich hier, sagt der israelische Soldat und trägt das M16-Gewehr auf Höhe seiner Hüfte.

Malte Gölz ist 20 Jahre alt, kommt aus Friesland, genauer gesagt aus Leer. Doch jetzt lebt er im Nahen Osten, an einem der Schauplätze des Nahostkonflikts: Gilo, die jüdische Siedlung bei Jerusalem, nach internationalem Recht illegal besiedeltes Palästinenserland. Ausgerechnet hier betreut der junge Deutsche ein Jahr lang behinderte Menschen. Das ist für ihn ein moralischer Schlamassel, denn Israels Siedlungspolitik will er nicht unterstützen, den Behinderten helfen aber schon. Malte Gölz leistet hier sein Freiwilliges Soziales Jahr. Der deutsche Staat erkennt ihm das als Ersatz für den Wehrdienst an. Jetzt schaut Malte ins Gesicht des Soldaten, der kaum älter ist als er. Unsinn, ich wohne dahinten. Lass mich durch, fährt er sein Gegenüber an. Als Ausländer kann er sich das erlauben.

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Mit jugendlichem Elan

Deutsche Welle, 10. November 2010, Marcel Fürstenau

Ein Jahr im Ausland, davon träumen viele junge Menschen. Oft scheitert das Vorhaben am Geld. Wer kostenlos verreisen und dabei noch Gutes tun möchte, für den ist das Freiwilligen-Programm “Weltwärts” eine Alternative.
Das Programm gibt es zwar erst seit 2008, doch kaum zwei Jahre später kann Entwicklungsminister Dirk Niebel bereits den zehntausendsten Teilnehmer entsenden. Christian Päßler aus Zwickau wird im Rahmen des Freiwilligendienstes “Weltwärts” ein Jahr in Südafrika verbringen. Was Päßler vor sich hat, haben rund 5700 Freiwillige schon hinter sich: Sie waren mindestens sechs Monate und längstens zwei Jahre in einem Entwicklungs- oder Schwellenland.

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Bundes ent wick lungs minister Dirk Niebel ent sen det den zehn tau­sendsten weltwärts-Freiwilligen

BMZ-Meldung, 9. November 2010

Dirk Niebel, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, verabschiedet heute in Berlin den zehntausendsten weltwärts-Freiwilligen in seinen Dienst. Christian Päßler aus Zwickau wird noch am selben Abend ins Flugzeug steigen und seinen weltwärts-Dienst in Südafrika beginnen. Sein Aufenthalt in Südafrika wird von der Organisation Econtur in Bremen begleitet. Herr Päßler wird in Isithumba in der Nähe von Durban für ein Jahr in einem Skate Camp mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen arbeiten.

Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst “weltwärts” richtet sich an junge Menschen im Alter zwischen 18 und 28 Jahren, die nach Schule oder Ausbildung für 6 bis 24 Monate in Entwicklungs projekten mitarbeiten. “weltwärts” versteht sich als Lerndienst, der den interkulturellen Austausch mit Partnern in Entwicklungs ländern ermöglicht und dadurch das entwicklungs politische Engagement gerade junger Menschen nachhaltig fördert. Zurück in Deutschland leisten die Freiwilligen durch die Weitergabe ihrer Erfahrungen und durch ihren persönlichen Einsatz für die Gastländer einen wertvollen Beitrag zur entwicklungspolitischen Sensibilisierung in unserer Gesellschaft.

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Rückkehrer fühlen sich bereichert

Der Westen, 21. September 2010, Cornelia Merkel

Die Weltoffenheit und das europäische Feeling beim Treffen mit 60 Freiwilligen aus ganz Europa war toll, erzählt die 20-jährige Lea Canzler, die nach ihrem Abitur am Gymnasium Letmathe ein Jahr lang mit norwegischen Kindern und Jugendlichen arbeitete.

Der Auslandsaufenthalt im Rahmen des Projektes Europäischer Freiwilligendienst habe sie sehr bereichert, erklärte sie gestern bei einer Bilanz zusammen mit anderen Rückkehrern. Ihr freiwilliges Jahr war auch verbunden mit Vorbereitungstreffen für andere Freiwillige, die wie sie ehrenamtlich in einem sozialen, kulturellen oder ökologischen Projekt ihrer Wahl arbeiteten. Der Austausch regt an zum Reisen und zum Europa-Kennenlernen, fasste sie ihre positiven Eindrücke zusammen. Lea Canzler will jetzt Geowissenschaften studieren und danach irgendwann in Norwegen arbeiten.

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Seniorenschwof im Szeneviertel

Spiegel online, 20. September 2010

Alte zu pflegen gehört für viele Zivis zum Alltag. Bei Filip Schaffhausers USA-Einsatz machen es ihm einige der fitten Senioren leicht. Spaß hat er, wenn ihm ein Ex-Radiomoderator Johnny Cash vorsingt oder er der 80-jährigen Dolly das Internet erklären kann. Meist geht der Job aber sehr an die Nieren.

“Seit ein paar Tagen habe ich eine neue Freundin bei Facebook. Sie heißt Dolly und interessiert sich für Computer. Facebook kannte sie noch nicht, deshalb habe ich es ihr gezeigt. Jetzt schreibt sie mir öfter mal Nachrichten. Wann ich wieder käme, ob ich mit ihr einkaufen gehen könnte. Dolly ist 80 Jahre alt, ich bin 19. Sie kann nicht mehr für sich allein sorgen, deshalb helfe ich ihr.

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Leben lernen

Süddeutsche Zeitung, 6. August 2010, Charlotte Frank

dealismus oder Gutmenschentum? Immer mehr junge Leute sehnen sich danach, die andere Seite der Realität kennenzulernen und engagieren sich im In- oder Ausland.

Grenzen, sie kann ihre Geschichte nicht erzählen, ohne das Wort immer wieder hervorzuholen und Grenzen in ihre Sätze einzubauen, dabei ist sie damals doch nur ins Nachbarviertel gegangen. “Ich bin noch nie in meinem Leben so an meine Grenzen gekommen”, sagt Birte Weber über ihr soziales Jahr in einem Hamburger Altenheim, sie sagt aber auch, dass sie nie so viele Grenzen zu anderen Menschen abgebaut hat. Musste sie ja – ihre Tage bestanden aus Füttern, Waschen, Windeln. Oft, sagt Birte, war sie darüber grenzenlos unglücklich. So, dass sie alles hinwerfen wollte? Sie schüttelt den Kopf: Dazu hätte sie zu sehr um den Platz gekämpft.

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Tue Gutes – und verdiene dabei

Süddeutsche Zeitung, 6. August 2010, Marten Rolff

Wer nach der Schule ein soziales Jahr absolviert, will Menschen helfen. Doch zahlreiche schwarze Schafe unter den Anbietern schöpfen das Geld der zahlenden Gäste nur in die eigene Tasche.

Nicht alles, was gut klingt, ist auch gut. Bernhard Dalheimer zum Beispiel hatte sich das ganz toll vorgestellt: Entwicklungshilfe in Vietnam – dem Land, das er immer schon kennenlernen wollte. Über einen Berliner Verein, der sich auf seiner Webseite damit brüstet, “Kinderhilfe, Umwelthilfe und Entwicklungszusammenarbeit” zu betreiben und unter anderem in Vietnam humanitäre Hilfe zu leisten, ging der 19-Jährige als Freiwilliger nach Asien. Menschlich habe er “profitiert”, sagt er, aber der Job dort war anders als erwartet: Er unterrichtete Kinder reicher Vietnamesen in Englisch. “Das war total unseriös, die haben mit uns Geld verdient. Ich habe nicht geholfen, sondern wurde ausgenutzt.”

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“Habe gelernt zu vertrauen”

Sportschau.de, 26. Juni 2010, Olaf Jansen

“So, kommt mal alle zusammen” laut hallt Torben Hainbuchs Stimme über die bucklige Rasenfläche in Soweto. Und tatsächlich rasch laufen mindestens zwei Dutzend Kinder zu ihm, die Augen vor Erwartung weit aufgerissen. Diesmal sollen die Kids nur mit aufs Foto des Reporters, aber man spürt gleich: Die Kleinen haben sich offenbar daran gewöhnt, auf diesen großen Deutschen zu hören. “Ich habe vielleicht mit meiner Beharrlichkeit geschafft, dass sie nicht alles blöd finden, was ich so sage”, sagt der 21-Jährige bescheiden.

Torben Hainbuch leistet seit nunmehr zehn Monaten Zivildienst im Township Soweto. Besser gesagt: Auf einer kleinen Straße in Orlando-West, einem von rund 30 Stadtteilen dieses riesigen Townships am Rande Johannesburgs, wo schätzungsweise um die vier Millionen Menschen leben. “Ich wollte unbedingt ein Jahr im Ausland verbringen, der Ersatzdienst für die Bundeswehr schien mir dafür geeignet”, erklärt der große dunkelhaarige Mann mit der Wollmütze auf dem Kopf. Er wurde auf eine Organisation aufmerksam, die normalerweise junge Deutsche als Hilfskräfte in Altersheime in die USA vermittelt, diesmal aber eben das Projekt in Soweto im Angebot hatte: “Sportliche Kinderbetreuung nach der Schule”.

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