weltwärts statt rückwärts

Pressemitteilung von grenzenlos e.V., Nica Netz, BolivienNetz, Color esperanza

Anlässlich des Pressegesprächs des Bonner Aufrufs „Schluss mit weltwärts!“ erklären grenzenlos e.V., Vereinigung internationaler Freiwilliger, NicaNetz e.V. Freiwilligen-Netzwerk, BolivienNetz e.V. und Color Esperanza e.V.:
Die angekündigten Kritikpunkte entbehren jeglicher Grundlage und sind sachlich falsch. Es sieht verdächtig danach aus, dass auf Kosten eines entwicklungspolitischen Lern-, nicht Fachdienstes ausschließlich die allgemeine Kritik des Bonner Aufrufs an der deutschen Entwicklungspolitik erneut in die Öffentlichkeit gerückt werden soll. Wie ernst ist es den Beteiligten damit, sich fundiert inhaltlich mit dem Thema auseinanderzusetzen?
Denn hartnäckig wird Unverständnis für die Ziele von weltwärts gezeigt. Offensichtlich passen diese zu wenig in das altbackene Raster der Entwicklungspolitik. Denn der Erfolg entwicklungspolitischer Freiwilligendienste wird eben nicht in gebauten Brunnen, Schulen oder Brücken gemessen.

Erklärung zu Schluss mit weltwärts.pdf

„Weltwärts nutzlos“

Frankfurter Rundschau, 2. September 2010

Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck und der frühere CDU-Entwicklungsexperte Winfried Pinger fordern das Ende des Programms „Weltwärts“, das ein ´”Tourismus-Programm für junge Leute” sei.

Ein Ende des von der Bundesregierung im Jahr 2008 begonnenen entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes „Weltwärts“ haben Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck und der frühere Entwicklungsexperte der Unions-Bundestagsfraktion, Winfried Pinger, gefordert. „Das Programm ist ein über Steuergelder finanziertes Tourismus-Programm für junge Leute, die in der Regel noch nichts gelernt haben“, sagte Neudeck. Geholfen werde nicht den Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika. „Wir helfen mit dem Programm uns selbst.“

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Leben lernen

Süddeutsche Zeitung, 6. August 2010, Charlotte Frank

dealismus oder Gutmenschentum? Immer mehr junge Leute sehnen sich danach, die andere Seite der Realität kennenzulernen und engagieren sich im In- oder Ausland.

Grenzen, sie kann ihre Geschichte nicht erzählen, ohne das Wort immer wieder hervorzuholen und Grenzen in ihre Sätze einzubauen, dabei ist sie damals doch nur ins Nachbarviertel gegangen. “Ich bin noch nie in meinem Leben so an meine Grenzen gekommen”, sagt Birte Weber über ihr soziales Jahr in einem Hamburger Altenheim, sie sagt aber auch, dass sie nie so viele Grenzen zu anderen Menschen abgebaut hat. Musste sie ja – ihre Tage bestanden aus Füttern, Waschen, Windeln. Oft, sagt Birte, war sie darüber grenzenlos unglücklich. So, dass sie alles hinwerfen wollte? Sie schüttelt den Kopf: Dazu hätte sie zu sehr um den Platz gekämpft.

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weltwärts: Erfahrungen für das Leben

Magazin zur Entwicklungspolitik, 6/2010, Hans-Jürgen Beerfeltz

Viele junge Menschen haben Lust, aktiv in die Partnerländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zu gehen. Sie wollen mit anpacken, um diese Eine Welt besser zu machen. Dabei möchten sie natürlich auch andere Länder und Kulturen kennen lernen. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gibt jungen Menschen mit dem Programm weltwärts die Gelegenheit dazu.

Die Einsatzfelder sind vielfältig. Sie können sich über Entsendeorganisationen, beispielsweise für ein Hilfsprojekt in Gambia, für eine Schule in Indien oder in einem Straßenkinderprojekt in Südafrika bewerben. Das weltwärts-Büro hilft ihnen dabei.

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Bundesentwicklungsministerium: Alle beantragten weltwärts-Entsendungen können finanziert werden

BMZ, 25. Mai 2010

Das Bundesentwicklungsministerium teilte heute in Berlin mit, dass alle von den Entsendorganisationen beantragten Entsendungen im Rahmen des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes weltwärts vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert werden können. Der Planungsprozess hierzu konnte in Abstimmung mit den weltwärts-Entsendeorganisationen abgeschlossen werden. Das BMZ hat sich dazu in einem Brief erneut an die Entsendeorganisationen gewandt.
Damit werden rund 4.400 Freiwillige im Laufe des Jahres in rund 80 Entwicklungsländer weltweit ausreisen. Im Vergleich zu den 3.525 Entsendungen im Vorjahr bedeutet dies einen deutlichen Aufwuchs um rund 900 Freiwillige.
Die in den letzten Tagen teilweise in den Medien verbreiteten Berichte über eine erhebliche Kürzung des weltwärts-Programms sind nicht zutreffend. Im Haushaltsplan 2010 des BMZ sind nach Beschluss des Deutschen Bundestags 29 Millionen Euro für das Programm weltwärts vorgesehen. 2009 sind Mittel in Höhe von 27,5 Millionen Euro für das Programm ausgegeben worden. Damit stehen in diesem Jahr mehr Mittel zur Verfügung als 2009 genutzt worden sind.
weltwärts ist der entwicklungspolitische Freiwilligendienst für junge Menschen im Alter von 18 bis 28 Jahren, die sich für 6 bis 24 Monaten in Entwicklungsprojekten engagieren wollen.

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Heimwärts statt weltwärts

Spiegel online Schulspiegel, 12. Mai 2010, Lenz Jacobsen und Johannes Pennekamp

Sie wollen helfen – jetzt brauchen sie selbst Hilfe. Hunderte Jugendliche planten schon den Abflug ins Ausland, doch jetzt bekommt das Freiwilligenprogramm Weltwärts überraschend elf Millionen Euro weniger als geplant. Scheitert eine schnelle Lösung, schauen viele Abiturienten in die Röhre.

Die Absage kam per E-Mail, sie traf Claudia Depka, 19, wie ein Schlag: “Mir schoss sofort durch den Kopf, dass meine ganze Jahresplanung zerstört ist.” Die zierliche Abiturientin hält die schlechte Nachricht ausgedruckt in den Händen – und erzählt, wie schnell alles ging.Anfang 2010 bewarb Claudia sich für das Entwicklungshilfeprogramm Weltwärts der Bundesregierung. Nach einem Auswahlgespräch bei den katholischen Kolping- Jugendgemeinschaftsdiensten in Köln bekam sie schon im März die schriftliche Zusage, dass sie ab September für ein Jahr in Tansania arbeiten kann. Sofort fing Claudia Depka an, sich vorzubereiten, ließ sich impfen, lernte die Landessprache Kisuaheli. Sie lächelt, fast so, als wäre sie schon auf den Weg nach Ostafrika. Dann verfinstert sich ihre Miene: “Ich hätte nie gedacht, dass die Politik mich als freiwillige Helferin so behandelt.”

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Berichte über erhebliche Kürzung bei weltwärts nicht zutreffend

BMZ, 12. Mai 2010

Zu der Darstellung bei Spiegel Online, die Mittel für das Programm weltwärts seien erheblich gekürzt worden, erklärt das Bundesentwicklungsministerium:
Die Berichte über eine erhebliche Kürzung der Bundeszuschüsse sind nicht zutreffend. Im Haushaltsansatz 2010 sind nach Beschluss des Deutschen Bundestags 29 Millionen Euro für das Programm weltwärts vorgesehen. Im Haushaltsjahr 2009 sind von den veranschlagten 30 Millionen Euro nur rund 27,5 Millionen Euro abgerufen worden. Wir haben also im Haushalt 2010 mit 29 Millionen Euro mehr Barmittel als im letzten Jahr gebraucht wurden. Damit können 2010 voraussichtlich mehr Freiwillige entsendet werden als 2009.
Die berichtete Zahl von 40 Millionen Euro bezieht sich auf die Haushaltsanmeldung des BMZ gegenüber dem Bundesfinanzministerium, die – wie im Prozess der Haushaltsaufstellung üblich – nicht der endgültigen Planzahl entsprach. Sie war zu keinem Zeitpunkt als maßgebliche Summe an die Träger des Programms kommuniziert worden, hätte daher auch niemals zur Grundlage für Zusagen zu Entsendungen gemacht werden dürfen.

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Ministerium: Kürzung bei “weltwärts” kein Problem

Welt-sichten, Ausgabe 5/2010

Das Freiwilligenprogramm „weltwärts” für junge Leute gilt als Erfolg. Doch jetzt wurden die Mittel gekürzt, und auch die Zahl der zu Entsendenden soll langsamer steigen als bislang geplant. Das legt eine neue kirchennahe Studie nahe, aber auch im Entwicklungsministerium denkt man so.
Bis zu 10.000 junge Leute im Alter von 18 bis 28 Jahren sollten jährlich in alle Welt entsandt werden, um „lernend und helfend” zu erfahren, warum Entwicklungszusammenarbeit wichtig ist. Das war die Idee, als das Entwicklungsministerium (BMZ) das „weltwärts”-Programm 2008 auflegte. Bis zu 70 Millionen Euro Unterstützung sollten dafür alljährlich fließen.

Inzwischen werden kleinere Brötchen gebacken. In den zwei Jahren seit dem Start sind nur rund 5800 junge Freiwillige entsandt und an Partnerorganisationen im Ausland vermittelt worden – teils über den staatlichen Deutschen Entwicklungsdienst (DED), teils über nichtstaatliche Organisationen, darunter viele kirchliche. Kostenpunkt: rund 30 Millionen Euro pro Jahr. Weil das deutlich weniger ist, als ursprünglich veranschlagt, hat der Haushaltsausschuss des Bundestags den BMZ-Ansatz für 2010 von 40 Millionen Euro kurzerhand auf 29 Millionen Euro gekürzt.

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Finanzierung von Programm “weltwärts” ist gesichert

TAZ, 6. Mai 2010

Alle Jugendlichen, die mit dem Programm des Bundesentwicklungsministeriums “weltwärts” in diesem Sommer einen Freiwilligendienst in Afrika, Lateinamerika, Osteuropa oder Asien absolvieren, können ausreisen. Das teilte die entwicklungspolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion, Ute Koczy, nach der Sitzung des Entwicklungshilfeausschusses im Bundestag der taz mit.
Noch vor einigen Tagen hatte das Bundesentwicklungsministerium den Entsendeorganisationen von “weltwärts” mitgeteilt, dass das Programm gekürzt werde. Im Haushaltsentwurf waren ursprünglich 40 Millionen Euro dafür vorgesehen, nach den Kürzungen waren es noch 29 Millionen Euro.

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BMZ sagt Grünen zu: Alle Jugendlichen im Weltwärts-Programm können dieses Jahr ausreisen

Homepage Ute Koczy (MdB), 5. Mai 2010

Wir Grünen haben heute (5. Mai 2010) das Thema “weltwärts” auf die Tagesordnung des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (AwZ) gesetzt. Dabei gab es gute Nachrichten für die Freiwilligen sowie die Entsende- und Partnerorganisationen. Gudrun Kopp (FDP), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sagte zu, dass all diejenigen Freiwilligen, die bereits unter Vertrag stünden oder deren Verträge in Vorbereitung seien, auch 2010 entsendet werden können.

In den letzten Wochen war bei den Entsendeorganisationen des Freiwilligendienstes “weltwärts” große Unsicherheit entstanden. In einem Brief hatte ihnen das Entwicklungsministerium Ende April mitgeteilt, dass sie “aufgrund der Haushaltslage für 2010″ nicht mehr Freiwillige entsenden dürften als 2009. Das hätte eine Absage für rund ein Drittel der Freiwilligen bedeutet. Bis dahin hatten alle Beteiligten mit einer Aufstockung der Mittel auf 40 Mio. € gerechnet.

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