Entwicklungsdienst unterstützt “weltwärts”
die tageszeitung, 8 September 2010
Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) weist Kritik am Freiwilligenprogramm “weltwärts” zurück. Es sei unverständlich und verantwortungslos, das soziale Engagement junger Menschen in Entwicklungsländern abzuwerten, sagte DED-Geschäftsführer Jürgen Wilhelm gestern in Bonn. Ähnlich wie Zivildienstleistende kümmerten sich junge Leute in Entwicklungsländern um kranke, arme, alte und behinderte Menschen, die dringend Hilfe bräuchten.
Der Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck und der frühere Entwicklungsexperte der Unions-Bundestagsfraktion, Winfried Pinger, hatten ein Ende des 2008 von der SPD-Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul begonnenen entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes “weltwärts” gefordert. Neudeck sagte: “Das Programm ist ein über Steuergelder finanziertes Tourismusprogramm für junge Leute, die in der Regel noch nichts gelernt haben.” Geholfen werde nicht dem jeweiligen Entwicklungsland, sondern nur “uns selbst”. Mit Entwicklungspolitik habe es nichts zu tun. Schulabgänger hätten in diesem Bereich schließlich keine Fachkompetenz.

