Entwicklungsdienst unterstützt “weltwärts”

die tageszeitung, 8 September 2010

Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) weist Kritik am Freiwilligenprogramm “weltwärts” zurück. Es sei unverständlich und verantwortungslos, das soziale Engagement junger Menschen in Entwicklungsländern abzuwerten, sagte DED-Geschäftsführer Jürgen Wilhelm gestern in Bonn. Ähnlich wie Zivildienstleistende kümmerten sich junge Leute in Entwicklungsländern um kranke, arme, alte und behinderte Menschen, die dringend Hilfe bräuchten.
Der Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck und der frühere Entwicklungsexperte der Unions-Bundestagsfraktion, Winfried Pinger, hatten ein Ende des 2008 von der SPD-Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul begonnenen entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes “weltwärts” gefordert. Neudeck sagte: “Das Programm ist ein über Steuergelder finanziertes Tourismusprogramm für junge Leute, die in der Regel noch nichts gelernt haben.” Geholfen werde nicht dem jeweiligen Entwicklungsland, sondern nur “uns selbst”. Mit Entwicklungspolitik habe es nichts zu tun. Schulabgänger hätten in diesem Bereich schließlich keine Fachkompetenz.

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SPD-Fraktion fordert Ausbau der Jugendfreiwilligendienste

Heute im Bundestag (hib), Antrag der SPD-Fraktion, Drucksache 17/2117

ie SPD-Fraktion fordert die Bundesregierung auf, einen Gesetzentwurf zum Status der Jugendfreiwilligendienste vorzulegen. Die Freiwilligendienste müssten, so argumentieren die Sozialdemokraten, rechtlich von Wehr- und Zivildienst, Formen der Erwerbstätigkeit und gesetzlich ungeregelten Formen des bürgerlichen Engagements als arbeitsmarktneutrale Bildungsdienste abgegrenzt werden. In ihrem Antrag (17/2117) verlangt die Fraktion zudem, dass mittelfristig allen Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 27 Jahre ein Platz zu Verfügung gestellt wird, wenn sie ein Freiwilliges Soziales oder Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren wollen. Die durch die Umstrukturierung des Zivildienstes frei werdenden Mittel sollen hierfür eingesetzt werden. Zudem soll nach dem Willen der SPD eine Ombuds-oder Vertrauensstelle für Freiwilligendienstleistende eingerichtet werden.

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hib_Stärkung der Jugendfreiwilligendienste_Drucksache 17:2117

Kibbuzeinsatz mit Langzeitwirkung

Magazin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft 1/2010, Dirk Niebel

Schon als Schüler war ich von Israel fasziniert. Ich hatte viel gelesen, belletristische Bücher mit historischem Hintergrund von Leon Uris und die Satiren von Ephraim Kishon, aber auch Bücher über die alte Geschichte der Juden, den Unabhängigkeitskrieg und die Staatsgründung nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Kibbuz wurde als landwirtschaftliche Siedlung mit einer Selbstverwaltung nach demokratischen Prinzipien beschrieben. Später erweiterte sich das Profil der Kibbuzim um Industrie und Dienstleistungen. Vieles gehört der Gemeinschaft und die Mitglieder werden von der Gemeinschaft versorgt. Jeder soll nach seinen Fähigkeiten arbeiten und Verantwortung übernehmen. Das hat mich interessiert. Die Kibbuzmitglieder haben einen großen Beitrag zur Entwicklung Israels als Staat geleistet.

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Bundesentwicklungsministerium: Alle beantragten weltwärts-Entsendungen können finanziert werden

BMZ, 25. Mai 2010

Das Bundesentwicklungsministerium teilte heute in Berlin mit, dass alle von den Entsendorganisationen beantragten Entsendungen im Rahmen des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes weltwärts vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert werden können. Der Planungsprozess hierzu konnte in Abstimmung mit den weltwärts-Entsendeorganisationen abgeschlossen werden. Das BMZ hat sich dazu in einem Brief erneut an die Entsendeorganisationen gewandt.
Damit werden rund 4.400 Freiwillige im Laufe des Jahres in rund 80 Entwicklungsländer weltweit ausreisen. Im Vergleich zu den 3.525 Entsendungen im Vorjahr bedeutet dies einen deutlichen Aufwuchs um rund 900 Freiwillige.
Die in den letzten Tagen teilweise in den Medien verbreiteten Berichte über eine erhebliche Kürzung des weltwärts-Programms sind nicht zutreffend. Im Haushaltsplan 2010 des BMZ sind nach Beschluss des Deutschen Bundestags 29 Millionen Euro für das Programm weltwärts vorgesehen. 2009 sind Mittel in Höhe von 27,5 Millionen Euro für das Programm ausgegeben worden. Damit stehen in diesem Jahr mehr Mittel zur Verfügung als 2009 genutzt worden sind.
weltwärts ist der entwicklungspolitische Freiwilligendienst für junge Menschen im Alter von 18 bis 28 Jahren, die sich für 6 bis 24 Monaten in Entwicklungsprojekten engagieren wollen.

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Heimwärts statt weltwärts

Spiegel online Schulspiegel, 12. Mai 2010, Lenz Jacobsen und Johannes Pennekamp

Sie wollen helfen – jetzt brauchen sie selbst Hilfe. Hunderte Jugendliche planten schon den Abflug ins Ausland, doch jetzt bekommt das Freiwilligenprogramm Weltwärts überraschend elf Millionen Euro weniger als geplant. Scheitert eine schnelle Lösung, schauen viele Abiturienten in die Röhre.

Die Absage kam per E-Mail, sie traf Claudia Depka, 19, wie ein Schlag: “Mir schoss sofort durch den Kopf, dass meine ganze Jahresplanung zerstört ist.” Die zierliche Abiturientin hält die schlechte Nachricht ausgedruckt in den Händen – und erzählt, wie schnell alles ging.Anfang 2010 bewarb Claudia sich für das Entwicklungshilfeprogramm Weltwärts der Bundesregierung. Nach einem Auswahlgespräch bei den katholischen Kolping- Jugendgemeinschaftsdiensten in Köln bekam sie schon im März die schriftliche Zusage, dass sie ab September für ein Jahr in Tansania arbeiten kann. Sofort fing Claudia Depka an, sich vorzubereiten, ließ sich impfen, lernte die Landessprache Kisuaheli. Sie lächelt, fast so, als wäre sie schon auf den Weg nach Ostafrika. Dann verfinstert sich ihre Miene: “Ich hätte nie gedacht, dass die Politik mich als freiwillige Helferin so behandelt.”

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Berichte über erhebliche Kürzung bei weltwärts nicht zutreffend

BMZ, 12. Mai 2010

Zu der Darstellung bei Spiegel Online, die Mittel für das Programm weltwärts seien erheblich gekürzt worden, erklärt das Bundesentwicklungsministerium:
Die Berichte über eine erhebliche Kürzung der Bundeszuschüsse sind nicht zutreffend. Im Haushaltsansatz 2010 sind nach Beschluss des Deutschen Bundestags 29 Millionen Euro für das Programm weltwärts vorgesehen. Im Haushaltsjahr 2009 sind von den veranschlagten 30 Millionen Euro nur rund 27,5 Millionen Euro abgerufen worden. Wir haben also im Haushalt 2010 mit 29 Millionen Euro mehr Barmittel als im letzten Jahr gebraucht wurden. Damit können 2010 voraussichtlich mehr Freiwillige entsendet werden als 2009.
Die berichtete Zahl von 40 Millionen Euro bezieht sich auf die Haushaltsanmeldung des BMZ gegenüber dem Bundesfinanzministerium, die – wie im Prozess der Haushaltsaufstellung üblich – nicht der endgültigen Planzahl entsprach. Sie war zu keinem Zeitpunkt als maßgebliche Summe an die Träger des Programms kommuniziert worden, hätte daher auch niemals zur Grundlage für Zusagen zu Entsendungen gemacht werden dürfen.

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Ministerium: Kürzung bei “weltwärts” kein Problem

Welt-sichten, Ausgabe 5/2010

Das Freiwilligenprogramm „weltwärts” für junge Leute gilt als Erfolg. Doch jetzt wurden die Mittel gekürzt, und auch die Zahl der zu Entsendenden soll langsamer steigen als bislang geplant. Das legt eine neue kirchennahe Studie nahe, aber auch im Entwicklungsministerium denkt man so.
Bis zu 10.000 junge Leute im Alter von 18 bis 28 Jahren sollten jährlich in alle Welt entsandt werden, um „lernend und helfend” zu erfahren, warum Entwicklungszusammenarbeit wichtig ist. Das war die Idee, als das Entwicklungsministerium (BMZ) das „weltwärts”-Programm 2008 auflegte. Bis zu 70 Millionen Euro Unterstützung sollten dafür alljährlich fließen.

Inzwischen werden kleinere Brötchen gebacken. In den zwei Jahren seit dem Start sind nur rund 5800 junge Freiwillige entsandt und an Partnerorganisationen im Ausland vermittelt worden – teils über den staatlichen Deutschen Entwicklungsdienst (DED), teils über nichtstaatliche Organisationen, darunter viele kirchliche. Kostenpunkt: rund 30 Millionen Euro pro Jahr. Weil das deutlich weniger ist, als ursprünglich veranschlagt, hat der Haushaltsausschuss des Bundestags den BMZ-Ansatz für 2010 von 40 Millionen Euro kurzerhand auf 29 Millionen Euro gekürzt.

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Finanzierung von Programm “weltwärts” ist gesichert

TAZ, 6. Mai 2010

Alle Jugendlichen, die mit dem Programm des Bundesentwicklungsministeriums “weltwärts” in diesem Sommer einen Freiwilligendienst in Afrika, Lateinamerika, Osteuropa oder Asien absolvieren, können ausreisen. Das teilte die entwicklungspolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion, Ute Koczy, nach der Sitzung des Entwicklungshilfeausschusses im Bundestag der taz mit.
Noch vor einigen Tagen hatte das Bundesentwicklungsministerium den Entsendeorganisationen von “weltwärts” mitgeteilt, dass das Programm gekürzt werde. Im Haushaltsentwurf waren ursprünglich 40 Millionen Euro dafür vorgesehen, nach den Kürzungen waren es noch 29 Millionen Euro.

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BMZ sagt Grünen zu: Alle Jugendlichen im Weltwärts-Programm können dieses Jahr ausreisen

Homepage Ute Koczy (MdB), 5. Mai 2010

Wir Grünen haben heute (5. Mai 2010) das Thema “weltwärts” auf die Tagesordnung des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (AwZ) gesetzt. Dabei gab es gute Nachrichten für die Freiwilligen sowie die Entsende- und Partnerorganisationen. Gudrun Kopp (FDP), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sagte zu, dass all diejenigen Freiwilligen, die bereits unter Vertrag stünden oder deren Verträge in Vorbereitung seien, auch 2010 entsendet werden können.

In den letzten Wochen war bei den Entsendeorganisationen des Freiwilligendienstes “weltwärts” große Unsicherheit entstanden. In einem Brief hatte ihnen das Entwicklungsministerium Ende April mitgeteilt, dass sie “aufgrund der Haushaltslage für 2010″ nicht mehr Freiwillige entsenden dürften als 2009. Das hätte eine Absage für rund ein Drittel der Freiwilligen bedeutet. Bis dahin hatten alle Beteiligten mit einer Aufstockung der Mittel auf 40 Mio. € gerechnet.

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Niebels Rechtfertigung missglückt: Kürzungen beim Freiwilligendienst nicht akzeptabel

SPD-Bundestagsfraktion, 5. Mai 2010

AG Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Anlässlich der Unterrichtung im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zum Thema Kürzungen des Weltwärts-Programms in der Sitzung vom 5. Mai 2010 erklärt die stellvertretende entwicklungspoltische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Bärbel Kofler:
Heute versuchte die politische Leitung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vergeblich die Kürzung der Mittel für den Jugendfreiwilligendienst Weltwärts zu rechtfertigen. Eins wurde bei der Aussprache im entwicklungspolitischen Ausschuss klar: Das Programm Weltwärts wird durch die für dieses Jahr vorgenommene Kürzung von 11 Millionen Euro ausgebremst, denn es können rund 2000 Jugendliche weniger entsandt werden, als ursprünglich geplant.
Das im Jahr 2007 ins Leben gerufene entwicklungspolitische Freiwilligenprogramm Weltwärts wird in diesem Jahr evaluiert. Die Ergebnisse der Evaluation sollen im Frühjahr 2011 vorgestellt werden. Von jugendlichen Teilnehmern und deutschen Entsendeorganisationen liegt bereits heute eine breite befürwortende Resonanz vor. Das Konzept von Weltwärts geht auf: Junge Menschen werden in Partnerorganisationen in Entwicklungsländer integriert und lernen dort die Arbeit im Kampf gegen Hunger und Armut hautnah kennen. Eine solche Erfahrung schärft das Bewusstsein für globale Verantwortung sowie für Zukunftsfragen und bürgerschaftliches Engagement in Deutschland.

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