Aus dem täglichen Blues raus

rhein-berg online, 14. April 2010

Es kommt mir vor, als wäre es erst wenige Wochen her, dass ich meine Bachelorarbeit zum Prüfungsamt brachte – stolz wie Oskar mit dem Abschluss in der Tasche. Zwischen meinen Kommilitonen und mir gab es in der Zeit viele der üblichen Was-wohl-aus-uns-allen-werden-wird-Gespräche und Fantasien darüber, wo wir uns wohl in einem Jahr um diese Zeit rumtreiben würden. Da ich sowieso grade erst innerhalb Kölns umgezogen und mit dem Masterangebot meiner Uni zufrieden war, dachte ich, dass mein Weg für die nächsten zwei Jahre ohnehin langweilig feststehen würde.
Aber es kommt ja immer anders, als man denkt. Was passiert ist? Irgendwann, als sich der Studentenalltag wieder voll in mein Leben eingeschlichen hatte, hörte ich zufällig von dem neuen internationalen Freiwilligendienst kulturweit, der ausgewählte Bewerber ins Ausland schickt. Der Freiwilligendienst basiert auf dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) für wahlweise sechs oder zwölf Monate und bietet die Gelegenheit, sich im Ausland für Kultur- und Bildungspolitik zu engagieren. Zudem werden den Teilnehmern Begegnungen mit fremden Kulturen und Menschen ermöglicht. Da sich dieses Programm nicht nur mit meiner Reiseaffinität deckt, sondern auch mit den Inhalten meines kulturwissenschaftlichen Studiums, war ich von kulturweit begeistert.

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Grevenbroich hilft Äthiopien

Neuß-Grevenbroicher Zeitung online, 13. April 2010, Wiljo Piel

Im vergangenen Jahr machte er sein Abitur am Pascal-Gymnasium, heute ist er selbst so etwas wie ein Lehrer: Arne Sell. In der Hauptstadt Addis Abeba 8000 Kilometer von Grevenbroich entfernt unterrichtet er äthiopische Schüler im Tennisspiel. Der 19-Jährige leistet in einem der ärmsten Länder der Welt sein praktisch-soziales Jahr ab, er arbeitet im Auftrag der deutschen Botschaftsschule.

Sells Eindruck vom Schulleben in Äthiopien: Alles ist anders als in Deutschland. “Dinge, die in unseren Schulen schon fast zur Standardausrüstung gehören, gibt es dort nicht Computer, Beamer oder Whiteboard sind undenkbar”, erzählt er. Noch schlimmer: “Den Lehrern fehlt die Ausbildung. Sie stehen mit dem Buch vor den 60-köpfigen Klassen und predigen das Auswendiglernen von nie verstandenen Formeln.”

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Zai Jian Wehr, Ni Hao China

Badische Zeitung, 15. Dezember 2009

Wenn Jakob Knauf “Ni Hao” sagt, hört es sich schon ziemlich Chinesisch an. Kein Wunder, er hat schon vor dreieinhalb Jahren angefangen, Mandarin eine Art Hoch-Chinesisch zu lernen. Daher weiß er auch, dass es zwar wie “Hallo” oder “Guten Tag” gebraucht wird, aber eigentlich “Du gut” heißt. Das ist aber nicht alles, was er für seinen China-Aufenthalt gelernt hat. In den nächsten sechs Monaten wird der 19-Jährige für die Wehrer ab und zu darüber aus Hangzhou in der BZ berichten.

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WN-Serie Grevener Weltembummler: Die Angst vorm langen Winter

Westfälische Nachrichten, 11. September 2009, Thomas Starkmann

Greven – Ich nehm nur Winterklamotten mit. Teresa Maurer hat sich innerlich bereits vom Sommer verabschiedet. Übermorgen reist sie in ein Land, in dem die Winter kalt, lang und dunkel sind. Ihr Ziel ist Tallinn. Tallinn, das liegt doch in Lettland, oder war es Litauen? Die ehemalige Hansestadt ist eine jener Metropolen, die man zwar ungefähr, aber doch nicht so ganz genau lokalisieren kann. Das passiert Teresa Maurer natürlich nicht. Sie weiß, dass Tallinn an der Ostsee liegt und mit seinen 400 000 Einwohnern fast ein Drittel der Bevölkerung Estlands stellt.

Dass es sie für ein Jahr in die Hauptstadt des nördlichsten der drei baltischen Staaten verschlagen würde, damit hatte die Abiturientin am Grevener Gymnasium nicht unbedingt gerechnet. Ihr schwebten eher Polen oder Tschechien vor, als sie bei kulturweit, dem erst in diesem Jahr gestarteten kulturellen Freiwilligendienst des Auswärtigen Amtes, Osteuropa als mögliches Einsatzgebiet nannte. Mittlerweile hat sie sich aber mit Estland angefreundet. Ich bin erstaunt, wie viele etwas über das Land wissen oder dort schon Urlaub gemacht haben, sagt Teresa.

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Ruth tut gut

Hannoversche Allgemeine, 3. August 2009, Julia Mücke

Die drei rechteckigen Schulgebäude aus groben Betonsteinen liegen still in der Landschaft. Am Rande des Schulhofes, direkt neben einer Wellblechhütte, grast eine Herde Ziegen. Eine Klassentür geht auf, ein Junge tritt heraus. Er ist barfuß, in seiner Hand hält er eine goldene Glocke, mit der er ein paarmal klingelt. Immer mehr Kinder schlendern raus auf den Schulhof, alles wirkt ungewöhnlich ruhig: kein Schreien, kein Gedrängel. Wie in jeder großen Pause verteilt Ruth auch heute kostenlose Schulbrote an alle Kinder der kleinen Ikagisano-Schule von Skuinsdrift, einem Dorf im Norden Südafrikas.

Ruth studiert Deutsch und Sachunterricht für das Grund-, Haupt- und Realschullehramt in Hildesheim. Im vergangenen Jahr entschloss sie sich, eine Auszeit zu nehmen und für ein Jahr nach Südafrika zu gehen. Ich wollte vor meinem Referendariat gerne noch einmal ins Ausland, sagt sie. Genau das ermöglichte ihr der entwicklungspolitische Freiwilligendienst Weltwärts des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

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Malte will Menschen helfen

Main-Rheiner, 16. Juni 2009, Mirca Waldhecker

Malte Suhr ist 19 Jahre alt. Er lebt mit seiner achtköpfigen Familie mitten in Schlossböckelheim, gerade hat er sein Abitur am Gymnasium am Römerkastell mit einem Notendurchschnitt von 1,2 abgeschlossen. Damit könnte er schnell Karriere machen. Doch Malte hat vor allem einen Wunsch – anderen Menschen helfen. Deshalb wird er am 3. August nach Ecuador reisen. Dort wird er ein Jahr bei einer Gastfamilie leben und beim Projekt “Fincas Tropicales” mitarbeiten.

Das Projekt soll der fehlenden Bildung in Ecuador entgegenwirken, wozu ausländische Englischlehrer in den Dorfschulen eingesetzt werden. “In Ecuador fehlt das Geld für eine flächendeckende, gut ausgebildete Lehrerschaft, gerade im Fremdsprachenbereich. Durch das Erlangen von englischen Sprachkenntnissen eröffnen sich für die jungen Leute dort aber ganz neue Perspektiven”, erklärt Malte Suhr. Beispielsweise ist Englisch eine gute Grundlage, um im Bereich Ökotourismus zu arbeiten, der in Ecuador stetig an Bedeutung gewinnt. Neben dem Englischunterricht gehören die weitere Unterstützung der Schule und der Gemeinde, etwa durch Workshops, zu Maltes Aufgaben. So will er Brieffreundschaften zwischen ecuadorianischen und deutschen Schülern seiner alten Schule in Bad Kreuznach initiieren.

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ENTER: “Ich genieße, mich mit frischem Regenwasser waschen zu können”

Badische Zeitung, 18. Februar 2009

Ich bin als “weltwaerts”-Freiwillige des Deutschen Entwicklungsdienstes auf die Philippinen gereist. Ich entschied mich für das Projekt “Nutrition and Healthcare” in Borongan, der Provinzhauptstadt in Eastern Samar. Auf dem Inselarchipel ist es tropisch warm. Daher genieße ich zurzeit die Regenzeit in Borongan. Es ist angenehm kühl, doch leider gibt es täglich Überschwemmungen, die Kleider sind ständig nass und da es in unserem Gästehaus sehr feucht ist, steht der Kampf gegen den Schimmelpilz an. Nichtsdestotrotz genieße ich es, mich mit sauberem Regenwasser waschen zu können, und wenn wir mal keines haben, holen wir mit unseren Kanistern Wasser vom Nachbarhaus. Ich wohne mit zwei weiteren Deutschen, die auch Entwicklungshilfe leisten, in einem Haus. Unser Bad besteht aus einer Kloschüssel und die Schöpfkelle leistet ihren Dienst als Dusche und Klospülung.

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Der etwas andere Dienst im fernen Ausland

Vlothoer Anzeiger, 14. September 2008, Nicole Sielermann

Etwas Sinnvolles sollte es sein. Etwas, mit dem Peter Klöpping einen Beitrag leisten will. Deshalb sitzt der 19-Jährige momentan im Flieger nach Bangladesch. Für elf Monate heißt die Heimat Joypurhat im Nordwesten des Landes. Dort leistet Klöpping seinen Zivildienst – seinen “anderen Dienst im Ausland”, wie es offiziell heißt – bei der Organisation “Netz Bangladesch”.Dass es erneut ins Ausland gehen sollte, war Peter Klöpping spätestens nach seinem Austauschjahr in Venezuela in der Jahrgangsstufe elf klar. “Welche Zeit eignet sich besser als der Zivildienst?”, findet er. Und so suchte er gezielt nach einer zuverlässigen Organisation, die ihn hinreichend auf den Auslandsaufenthalt vorbereitete.

Die Empfehlungsliste der Bundesregierung war lang und schließlich entschied sich der 19-Jährige für “Netz Bangladesch”. “Zum einen wollte ich nicht noch einmal nach Südamerika, zum anderen fiel Afrika aus, weil dort französische Sprachkenntnisse gefordert waren”, sagt er. Nun wird er Südasien kennenlernen. An mehreren Wochenenden und in einem Praktikum wurde der Bad Oeynhausener vorbereitet. “Fünf der insgesamt 20 Bewerber wurden genommen.”

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Der Traum von Afrika

Ostthüringer Zeitung, 3. Juni 2008, Marius Koity Pößneck

Ihren Traum von Afrika pflegt Jana Antemann seit langem. Das verrät etwa eine Puzzle-Bild mit einem Savannen-Motiv, das sie vor einigen Jahren zusammengefügt hat. In wenigen Wochen erfüllt sich die 21-jährige Pößneckerin diesen Traum: Ab 1. September wird sie ein Jahr lang als Freiwillige in einem Waisenhaus in Kenia arbeiten. “Ich kann sie ja nicht anbinden”, sagt ihre Großmutter Brigitte Antemann, 72, scherzend.

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Echte Herausforderung in Guatemala gefunden

19. März 2008, Frankfurter Rundschau, Patrick Beuth

Der Lärm, der durchs Telefon dringt, ist ohrenbetäubend. Sebastian Janz ruft irgendetwas Spanisches, doch das Kindergeschrei im Hintergrund wird kein bisschen leiser. “Die kommen halt aus krassen Verhältnissen”, sagt der 20-Jährige aus Rüdesheim. Seit einem halben Jahr lebt Janz in Cobán, 200 Kilometer nordöstlich von Guatemala Stadt. Dort hat ein Priester von einigen Jahren angefangen, Kinder von den Müllkippen zu holen und ihnen Lesen und Schreiben beizubringen. Mittlerweile hat der Priester zudem eine Grundschule und eine weiterführende Schule errichtet.

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