Zum Nutzen der Allgemeinheit

Frankfurter Rundschau, 22. Dezember 2010, Steven Geyer

Der Freiwilligendienst, den die Bundesregierung einführt, ist auch eine Chance. Unsere Gesellschaft kann diese Form des Engagements brauchen.

Alle Alarmglocken sollten schrillen, wenn deutsche Politiker das bürgerschaftliche Engagement fördern wollen oder vom ach so selbstverständlichen Sozial-Engagement der Amerikaner schwärmen. Denn in den USA überließ es der Staat seit jeher den Bürgern und Kirchen, sich um Arme, Kranke und Abgehängte zu kümmern. Diese Kultur des freiwilligen Engagements wird hierzulande immer dann beschworen, wenn es um die Ausdünnung des Sozialstaats geht, dessen Lücken dann ja freiwillige und nur symbolisch bezahlte Helfer in Pflegeheimen, Kindergärten oder Kliniken füllen könnten.

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Obs stürmt oder schneit zu allem bereit

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. September 2010, Sarah Engel

Immer mehr junge Leute absolvieren Freiwilligendienste. Ob im Kindergarten oder Krankenhaus – soziales Engagement wird als Chance für den beruflichen Lebensweg gesehen. Die Bundeswehrreform könnte den Trend verstärken.

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Koalition droht Streit um Freiwilligendienst

ZEIT online, 27. September 2010

Die Präsidien von CDU und CSU haben sich auf eine Reform der Bundeswehr und die Aussetzung der Wehrpflicht geeinigt und werden diese Pläne ihren Parteitagen in Karlsruhe und München zur Abstimmung vorlegen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, eine Richtungsvorgabe sei wichtig, damit die Parteimitglieder eine sachgerechte Entscheidung treffen könnten. (…)Die Bundesregierung will die freiwilligen Jugenddienste in den Ländern weiter fördern. Im Haushalt 2011 würden die Mittel um 30 Millionen Euro erhöht, sagte Familienstaatssekretär Josef Hecken (CDU). “Wir werden das auch versuchen, bis an die Grenze dessen, was möglich ist, in Zukunft fortzuführen.” CSU-Vize Barbara Stamm kritisierte jedoch eine mangelnde Abstimmung mit den Ländern. Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer soll bei der gemeinsamen Sitzung der Unions-Spitzen gar mit Hecken aneinandergeraten sein.Einem Bericht der Berliner Zeitung zufolge habe Haderthaer sogar damit gedroht, dem Vorhaben nicht zuzustimmen. Es sei eine sehr emotionale Debatte gewesen, hieß es weiter.

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Rheinland-Pfalz bringt Initiative für Freiwilligendienst im Bundesrat ein

Ad-Hoc News, 23. September 2010

Das Land Rheinland-Pfalz will eine Initiative für einen Freiwilligen Sozialen Dienst als Ersatz für den ausgesetzten Wehr- und Zivildienstes in den Bundesrat einbringen. Das Land wende sich damit gegen die Pläne des Bundesfamilienministeriums für einen freiwilligen Zivildienst, der neben dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) eingerichtet werden soll, sagte Sozialministerin Malu Dreyer (SPD).

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Abschied vom Zivildienst

Süddeutsche Zeitung, 3. November 2009, Matthias Drobinski

Es ist eine Ironie der Geschichte: Der Zivildienst ist zum wichtigsten Argument geworden, die Wehrpflicht beizubehalten. Die neue schwarz-gelbe Koalition will die Wehrpflicht auf sechs Monate begrenzen, da grummelt es ein bisschen in der Bundeswehr. (…)Bundesagentur für freiwillige Dienste

Die Profis sind teuer, vor dem Pflichtjahr steht die Verfassung, und so wäre es am besten, wenn ein gestärkter Freiwilligendienst das Erbe des Zivildienstes antreten könnte. Bereits jetzt gibt es das Freiwillige Soziale Jahr und das Freiwillige Ökologische Jahr, bereits jetzt gibt es dort mehr Bewerber als Stellen. Das Bundesamt für den Zivildienst könnte zur Bundesagentur für freiwillige Dienste werden, die verschiedenen Sozialträger koordinieren, Standards sichern, Aus- und Weiterbildungen organisieren. Ein Freiwilligendienst muss attraktiv sein für Jugendliche, die nach Schule oder Ausbildung ein Jahr Zeit haben wollen für sich und zum Nutzen für andere.

Der Freiwilligendienst muss so bezahlt sein, dass die Freiwilligen mindestens so gut leben wie heute ein Zivildienstleistender. Er muss Berufsperspektiven eröffnen: Wer gedient hat, soll leichter Medizin oder Sozialwesen studieren können, soll der Bewerbungsmappe ein Zertifikat mit Stempel und Bundesadler beiheften können. Und warum sollte sich nicht einer auf Zeit für zwei oder vier Jahre verpflichten können – so wie jetzt ein Zeitsoldat?

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